Schermbeck: Gagus sammeln für kleinen Jungen

Schermbeck: Gagus sammeln für kleinen Jungen

Der sechsjähriger Rashid muss dringend operiert werden. Die Schermbecker Gagu-Zwergenhilfe bittet die Bevölkerung um Spenden.

Dem sechsjährigen Rashid können die Ärzte in seiner afrikanischen Heimat nicht helfen. Nun hofft die Schermbecker Gagu-Zwergenhilfe, dass sie genügend Geld sammeln kann, um dem Kind zu einer Operation in Deutschland verhelfen zu können.

Vor fast einem Jahr hatte der kleine Rashid die Kappe eines Filzstiftes im Mund und von dort gelangte die Kappe in die Lunge des Kindes. Dort hat sie sich festgesetzt. Die Eltern haben mehrere Ärzte in ihrem Heimatland Sierra Leone aufgesucht. Die konnten ebenso wenig helfen wie ein Medizinmann und mehrere Krankenhäuser, in denen die Eltern mit dem kranken Kind vorstellig wurden. Zwar konnte auf Röntgenaufnahmen der Fremdkörper in der Lunge festgestellt werden, aber es fehlt an den nötigen technischen Ausrüstungen, um angemessen handeln zu können.

Eigentlich hätte Sierra Leone aufgrund seiner Bodenschätze gute Chancen, systematisch ein gut funktionierendes Gesundheitssystem aufzubauen, aber der westafrikanische Staat tut sich sehr schwer, die sozialen Bedingungen im Lande zu verbessern.

Mehr als einmal haben die Gagus bei ihren Besuchen festgestellt, in welch desolatem Zustand sich das dortige Gesundheitssystem befindet. In weiten Teilen des Landes gibt es überhaupt keine medizinische Versorgung. Geeignete Medikamente fehlen ebenso wie ausgebildete Ärzte. Um etwa 30.000 Personen muss sich im Mittel ein einziger Arzt in Sierra Leone kümmern.

Seit Februar befindet sich der kleine Rashid mit seinem Vater Basiru in Ghana, um dort bei Ärzten Hilfe zu bekommen. Aber das ist bislang auch nicht gelungen. In zwei Krankenhäusern hat der Vater erfahren, dass eine Operation dort nicht möglich sei.

Rashids Mutter belastet die Angst um das Leben ihres Sohnes sehr. Sie ist gegenwärtig im sechsten Monat schwanger. Nach und nach hat sich Rashids Zustand verschlechtert. Der Junge leidet unter starken Atemproblemen und unter akuten Schlafstörungen und ist inzwischen stark abgemagert. Anstrengungen aller Art sind nicht mehr möglich. Auch der Schulbesuch musste eingestellt werden.

  • Schermbeck : Rettung aus Schermbeck für kleinen Rashid aus Sierra Leone

Rashids Tante Nadine Shaw wohnt in Gladbeck. Sie hat sich bei mehreren deutschen Kliniken erkundigt, unter welchen Bedingungen eine Operation möglich ist. Einige Kliniken haben erst gar nicht geantwortet. Die Essener Universitäts-Klinik hat Hilfe in Aussicht gestellt. Doch bevor eine Operation durchgeführt werden kann, müssen erst 10.000 Euro als Sicherheit hinterlegt werden.

Die Eltern von Rashid und deren Freunde haben schon viel Geld für die bisherige Suche nach einer geeigneten Hilfe investiert. Die erforderlichen 10.000 Euro können sie jedoch nicht aufbringen. Über einen Spendenaufruf in Gladbeck kamen 7500 Euro zusammen. Davon wurden bislang 2500 Euro für die Suche nach einer geeigneten Hilfe benötigt. Zur Finanzierung des ärztlichen Eingriffes in Essen stehen derzeit nur noch 5000 Euro zur Verfügung.

Nadine Shaw hat inzwischen über Osman Turay, den die GAGU-Zwergenhilfe seit vielen Jahren als Verbindungsperson zur Bevölkerung in Sierra Leone bestens kennt, Kontakt mit der Schermbecker Gruppe aufgenommen. "Wir wollen helfen", erklärten sich die Gagus spontan bereit, eine Spendenaktion zu starten. Gestern berichteten Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt über die Bereitschaft der Gagus, Geld für Rashid zu sammeln.

Aus dem eigenen Geldbestand kann man die fehlenden 5000 Euro nicht nehmen, weil das Geld für die eigenen Hilfsprojekte in Sierra Leone dringend benötigt wird. "Wir hoffen, dass uns unsere Freunde auch diesmal unterstützen", zeigte sich Gudrun Gerwien zuversichtlich, die fehlenden 5000 Euro über Spender zu bekommen. Dazu wurde inzwischen ein separates Konto bei der Volksbank Schermbeck eingerichtet.

"Rashid soll mit einem Lächeln zu seinen Eltern zurückkehren", hat sich Nadine Shaw vorgenommen. Nach der Operation will sie Rashid auf eigene Kosten noch eine ganze Zeitlang bei sich behalten, damit er im Rahmen des anschließenden Genesungsprozesses neue Kräfte sammeln kann für das Leben in seiner Familie, die ja schon bald um einen Erdenbürger vergrößert wird.

Spendenkonto IBAN: DE60 4006 9363 0777 7779 07. BIC: GENODEM1SMB. Kennwort: "Rashid".

(hes)