Wesel: Fusternberg: Raaf will Traditionsstandort halten

Wesel: Fusternberg: Raaf will Traditionsstandort halten

Im Stadtentwicklungsausschuss kommt heute ab 16.30 Uhr im Ratssaal das Thema Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich Clarenbachstraße/Fusternberger Straße auf den Tisch. Ein altes Thema. Dabei geht's um die Verlagerung der Bauunternehmung Raaf, die seit mehr als 60 Jahren am Fusternberg ansässig ist. Vordergründig geht es um ein neues Wohnbaugebiet, für das schon Teppichproduzent Tretford gewichen ist und mittlerweile im Lippe-Mündungsraum produziert. Im Hintergrund geht es um die Südumgehung und deren verlängerten Tunneldeckel.

Seit zwei Jahren nicht weiter

Der war vom Geldgeber Bund akzeptiert worden, weil ein Baugebiet mit entsprechend höheren Lärmschutzanforderungen entstehen sollte. Vor zwei Jahren ging man davon aus, dass auch Raaf gehen würde. Damals hatte die Stadt ohne Absprache im Sommer 2008 einen Bebauungsplan öffentlich ausgelegt hat, der die Entwicklung "ehemals gewerblich genutzter Flächen" zu Wohnbauland verfolgte. Doch der Stand der Dinge hat sich nicht geändert – damals wie heute will Raaf am Traditionsstandort bleiben, weil echte Alternativangebote fehlen. Anders gesagt: Es hakt beim Wohnbaugebiet auf dem Fusternberg, man ist seit zwei Jahren nicht von der Stelle gekommen. Nach wie vor führt das Unternehmen an, dass eine Verlagerung wirtschaftlich existenzbedrohend sein kann.

Bebauungsplanverfahren ruht

In der Vorlage der Verwaltung für die heutige Ausschusssitzung schlägt die Stadt vor, das Bebauungsplanverfahren zunächst ruhen zu lassen – also das Thema Wohnbaugebiet. Der übergeordnete Flächennutzungsplan, planrechtliche Voraussetzung für ein Baugebiet, soll aber weiter bearbeitet werden. Raaf hat demnach Bestandsschutz und kann den Betrieb (75 Mitarbeiter in Wesel und Duisburg) wie gewohnt weiterlaufen lassen.

Dennoch verfolgt die Stadt das Ziel, langfristig weiter Wohngebiete auf dem Fusternberg nahe der künftigen Umgehung auszuweisen. Schließlich, so heißt es, habe die Bauunternehmung Raaf gesagt, dass man sich dies langfristig vorstellen könne.

(RP)