Wesel: Fünf Sichtweisen auf die Stadt

Wesel: Fünf Sichtweisen auf die Stadt

Die Mitglieder vom Fotostammtisch "blende5" stellen im kleinen Salon neben dem Scala ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf die Stadt aus. Die Vernissage findet am 16. Februar statt.

Wer in der nächsten Zeit den kleinen Salon neben dem Scala besucht, wird erstaunt sein: In jeder Nische, an jedem Pfeiler blitzen Wesel-Impressionen hervor. 37 großformatige Fotos in Farbe und Schwarzweiß in der Größe 40 x 120 Zentimeter und ein großes Panaromabild von 4,5 Meter im Treppenaufgang zeigen ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Stadt.

So verschieden die fünf Mitglieder des Weseler Fotostammtisches "blende5" sind, so unterschiedlich sind ihre fotografischen Schwerpunkte und ihre Perspektiven: Lisa Quick zeigt Wesel von der stimmungsvollen Seite. Weseler Wahrzeichen wie den Fernsehturm, die Riverlady oder den Postturm im Licht der untergehenden Sonne, alle Aufnahmen in Farbe. Dazu den Bahnhof vom Blick der Friedensstraße und die neue Rheinbrücke in einer Doppelbelichtung bei Nacht.

Hans Eumann, der privat Wesel-Postkarten sammelt, sieht die Stadt durch seine Kamera ganz anders: Weg von der Postkartenidylle zeigen seine Farbfotos Schnappschüsse im Vorübergehen. Den einzigen Fußgängerparkplatz in Wesel, eine der letzten Telefonzellen mit dem "langen Heinrich" dahinter, der ihn beim Abdrücken an ein Ufo erinnerte, Balkone der Hochhäuser am Bahnhof und Türme des Lutherhauses und der Maria Himmelfahrtkirche.

Naturfotograf Ralf Bleckmann fotografierte ausschließlich Schwarzweiß und verbindet historische Wahrzeichen mit Weseler Natur. Da gibt es zum Beispiel eine Kanadagans mit dem Hafengelände im Hintergrund zu entdecken, eine stimmungsvolle Aufnahme, die am Lippehafen entstanden ist oder auch mal einen LKW vom Unternehmen Dümmen auf der neuen Rheinbrücke. Der Schreiner hat auch für die unkonventionelle Aufhängung gesorgt: Aus alten Leitern entstanden selbstgeschreinerte Holzleisten, befestigt werden die Fotos an Lederbändchen.

Fotograf Armin Fischer, der als einziger seinen Lebensmittelpunkt nicht in Wesel hat, zeigt seinen Blick von außen auf die Stadt. Menschen, die er beim Stadtspaziergang getroffen hat, das Victoria-Bell-Holzhaus in der Fußgängerzone und auch eine Schaufensterpuppe des Traditionshauses Babiacki: Alle Bilder in Schwarzweiß. Er hat sich bewusst für das belebte Wesel entschieden- mit seinen Weseler Originalen mit Herz.

Klaus Otto fotografierte typische Weseler Motive: das Berliner Tor oder das historische Rathaus, Detailaufnahmen der neuen Weseler Rheinbrücke und auch die Rheinschifffahrt in Farbe und Schwarzweiß. Er spielt mit Verfremdungen und setzt das historische Rathaus einfach mal ins Wasser: eine Anspielung auf die Hochwasserdebatten, wie er augenzwinkernd sagt. Er ist auch Schöpfer eines großformatigen Panoramafotos in der Größe 40 x 450 Zentimeter, das die Weseler Skyline von der Rheinbrücke bis zum Welcome Hotel zeigt und 2016 vom Ford 1 aufgenommen wurde. Vieles des dort Gezeigten ist heute schon Geschichte: Das Raiffeisengebäude zum Beispiel und der Turm des Flachglasgebäudes.

Die Foto-Ausstellung, die vom Druck bis zur Hängung völlig in Eigenregie entstanden ist, hat ihren Ort gefunden im ehemaligen Scotch-Club. Die Vernissage findet am Freitag, 16. Februar, von 18 bis 20 Uhr, an der Wilhelmstraße 8 statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

(RP)