Frühschwimmer fordern Rabatte

Wesel: Frühschwimmer fordern Rabatte

Wie jedes Jahr sind die Frühschwimmerzeiten im Rheinbad jetzt wieder eingekürzt. Nun kritisieren einige Schwimmer, dass trotzdem der alte Preis gezahlt werden muss. 3,70 Euro kostet das Frühschwimmen. Zu viel?

Es ist nur ein Preisunterschied von 93 Cent, aber für Peter Bailly (60) geht es ums Prinzip. Der Weseler besucht als Frühschwimmer regelmäßig das Rheinbad und hat sich kürzlich wieder über die Einschränkung der Nutzungszeiten für die Frühschwimmer geärgert. Im Sommer dauerte das Frühschwimmen von 6 bis 8 Uhr. Seit Anfang September aber öffnet das Bad wieder erst um 6.30 Uhr. Peter Bailly sagt: „Warum zahlen wir Frühschwimmer dann nicht auch anteilig 25 Prozent weniger, wenn 25 Prozent weniger Zeit zur Verfügung steht“?“ 3,70 Euro kostet der Eintritt im Bad für die Frühschwimmer. Würde man nach Minuten genau berechnen, müsste man bei 1,5 Stunden nur 2,77 Euro zahlen. Auch andere Schwimmer meldeten sich bei unserer Redaktion. Auch Bailly kennt andere Kritiker unter seinen Frühschwimmer-Bekannten.

Die Stadtwerke als Betreiber der Bäder reagieren auf diese Kritik. Martin Burger, verantwortlich für die Bäder, sagt: „Wir müssen die Zeit für die Frühschwimmer morgens einkürzen, weil die Sicht für die Bademeister im Freibad morgens um sechs mittlerweile eingeschränkt ist. Es ist dunkler, es gibt mehr Nebel.“ Um 8 Uhr wiederum müsste der Frühschwimmerbetrieb eingestellt werden – dann kommen die Schulklassen und es muss gereinigt werden. Die Stadtwerke würden seit Jahren schon später in der Badesaison die Frühschwimmerzeit kürzen. Die meisten der Frühschwimmer würden dafür auch Verständnis zeigen. Ohnehin, so Burger, würde kein Frühschwimmer die volle Zeit von zwei Stunden benötigen. Deshalb sei es auch nicht angemessen, den Preis zu senken. Zwischen 40 und 60 Frühschwimmer kommen in der Regel. „Von denen äußern die allermeisten Verständnis.“ Schwimmer Peter Bailly bemängelt auch, dass bei 1,5 Stunden Frühschwimmzeit der Platz im Becken enger werde, weil die gleiche Zahl an Frühschwimmern unterwegs sei. „Das Bad wird von meinen Steuermitteln finanziert, warum wird dann nicht auf die Interessen der Bürger eingegangen?“

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Noch einen Monat wird im Freibad geschwommen. Wegen der Sanierung des Heubergbades läuft der Badebetrieb dort in diesem Jahr länger als gewohnt. Überraschend defensiv äußert sich Burger im Bezug auf die Freibadbesucherzahlen in den vergangenen Wochen. Trotz heißen Sommers waren die Zahlen nicht so gut wie  man gehofft hatte, sagt Burger. So seien bis zum 10. August insgesamt 56.951 Gäste gezählt worden, Spitzentag sei der 7. August mit 2347 Besuchern gewesen. „Das sind aber keine Rekordzahlen“, erläuterte Burger.

Er registriere, dass viele Bürger sich mittlerweile einen eigenen Pool in den Garten stellen, sagt Martin Burger. Einen ganzen Tag auf der Liegewiese zum Bräunen würde heute kaum noch jemand verbringen, weil die Gefahr, sich zu verbrennen, zu groß sei. „Auch die Tatsache, dass man am Auesee kostenfrei schwimmen kann, bemerken wir natürlich.“

(sep)