Freitag im Dom Wesel: Gedenken an die Opfer des Holocaust

Freitag im Weseler Dom : Gedenken an die Opfer des Holocaust

Schüler des Andreas-Vesalius-Gymnasiums laden für den 25. Januar zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Der Opfer des Nationalsozialismus gedenken, Zukunft gestalten“ in den Willibrordi-Dom ein.

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 74. Mal. Seit mehreren Jahren wird dieser Gedenktag in Wesel von Schülern gestaltet – dieses Mal von jungen Menschen des Andreas-Vesalius-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Jüdisch-Christlichen Freundeskreis Wesel sowie der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde. Beginn der Veranstaltung unter dem Titel „Der Opfer des Nationalsozialismus gedenken, Zukunft gestalten“ ist am Freitag, 25. Januar, um 13 Uhr im Willibrordi-Dom.

Die Schüler der neunten Klassen sowie drei Kurse der Oberstufe haben mitgewirkt, sagt Schulleiterin Dorothée Brauner. Teil davon war auch die Putzaktion der Stolpersteine von Schülern der neunten Klassen. Brauner lobt die Nachhaltigkeit, denn dieses Projekt solle fortgeführt werden. Es gehe um die Auseinandersetzung mit den Stolpersteinen und den Geschichten der Opfer.

Die Gedenkveranstaltung im Willibrordi-Dom, die mit einer Rede von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp beginnt, ist thematisch in zwei Blöcke aufgebaut: Im ersten Teil wird der Blick auf die Vergangenheit geworfen. Dabei steht die Frage „Warum wurden sie Opfer?“ im Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler des AVG werden Schicksale der unterschiedlichen Gruppen von Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft (zum Beispiel Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle) skizzieren.

Anschließend richten die Schüler den Blick in die Zukunft, anhand von Zitaten berühmter Personen machen sie sich Gedanken über künftige Herausforderungen. Inhaltlich befassen sich die Zitate mit gesellschaftlicher Zivilcourage und Aufklärung. Zwischen den einzelnen Programmpunkten wird es auch Musikbeiträge geben, zum Beispiel die Musik aus dem Film „Schindlers Liste“. Anschließend folgen der Gang zum Denkmal und die Kranzniederlegung. Ein Vertreter des Jüdisch-Christlichen Freundeskreises Wesel wird eine Ansprache halten.

Vor dem Holocaust gab es in Wesel eine lebendige jüdische Gemeinde. Im Jahr 1933 lebten in Wesel 152 Bürger jüdischen Glaubens. Ende 1943 gab es hier keinen jüdischen Bürger mehr. Gründe waren zunächst hauptsächlich Auswanderung und Flucht und von 1940 bis 1943 die Deportationen in die Konzentrationslager. Viele der ehemals in Wesel lebenden Jüdinnen und Juden wurden ermordet.

(acf)
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