Schermbeck Förderer der deutschen Wanderbewegung

Schermbeck · Ein Straßenname fehlt zwar immer noch, aber immerhin erinnert ein schlichter Stein am Nordost-Abhang des Gahlener Dorffriedhofs an einen der bedeutendsten Bürger der Gemeinde Schermbeck: Julius Schult war maßgebliches Bindeglied zwischen dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) und dem Deutschen Jugendherbergswerk.

In Gahlen geboren

Die Wiege des engagierten Förderers der deutschen Wanderbewegung stand im Schermbecker Ortsteil Gahlen. Hier erblickte Friedrich Julius Schult am 1. Mai 1885 als Sohn des 1. Gemeindesekretärs Albrecht Julius Schult und dessen Ehefrau Emma geb. Jungmann das Licht der Welt.

Im Alter von 27 Jahren stand der Gahlener an der Seite Richard Schirrmanns und Wilhelm Münkers, als es darum ging, in vielen Städten und Gemeinden Jugendherbergen zu gründen, wie sie Richard Schirrmann vorschwebten, der die Gründung von Volksschülerherbergen im Jahre 1909 initiierte.

Am 18. Mai 1912 wurde der Stadtsekretär Julius Schult Mitglied dieses Ausschusses. Das Engagement Julius Schults in der SGV-Abteilung Essen kam der Herbergsidee sehr zugute. Um das Ideengut des Herbergswesens zu veröffentlichen, wurde im November 1917 vom Hauptvorstand ein Nachrichtenamt gegründet, dessen Leiter Julius Schult wurde. Mit welchem Eifer und Schwung er ans Werk ging, mögen folgende Zahlen beweisen: 1919 wurde Schult im Alter von 34 Jahren der erste hauptamtliche Geschäftsführer des 17 000 Mitglieder zählenden SGV.

Mit dem Amt des Hauptgeschäftsführers übernahm er gleichzeitig die Schriftleitung des "Gebirgsboten", der Sprachrohr des Vereins wurde. Dass die Jugendherbergsidee trotz Kriegswirren, Wohnungsnot und Geldentwertung nicht unterging, war das Mitverdienst Julius Schults. Er war Beisitzer des Hauptausschusses, der 1919 auf der Burg Altena den "Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen" gründete.

Dort übernahm er die Schriftleitung der Zeitschrift "Jugendherberge". 1922 entwarf Julius Schult das Jugendherbergsabzeichen, das später in abgewandelter Form über die ganze Welt gelangte. In 20 Landesverbänden in fünf Erdteilen wird dies Abzeichen in abgewandelter Form getragen. Von seiner Tbc-Krankheit gezeichnet, war Schult nach dem Zweiten Weltkrieg doch wieder dabei, als in Hilchenbach das Deutsche Jugendherbergswerk geschmiedet wurde.

Am 18. August 1948 starb der gebürtige Gahlener in Iserlohn. Dort ist er beerdigt. Zum Gedenken wurde in Gahlen eine Eiche gepflanzt. Im Januar 1951 beschloss der Gahlener "Verein für Heimatpflege, Wirtschaft und. Verkehr" (heute Heimatverein Gahlen), einen Naturstein am Fuß der Eiche aufzustellen und daran eine Gedenktafel zu befestigen.

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