Hamminkeln: Flüchtlinge fühlen sich wohl im Hofcafé

Hamminkeln: Flüchtlinge fühlen sich wohl im Hofcafé

Hanni und Wilfried Krebber, Inhaber von Hagemann's Hofcafé, haben mit Edith Krusdick zum ersten Mal Flüchtlinge zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Am Morgen des 24. wurden dort zudem erneut Bedürftige bewirtet.

Es ist einiges los in Hagemann's Hofcafé in Brünen. Die Tische sind festlich deckt, es duftet nach Kaffee und an der Kuchentheke hat sich eine Schlange gebildet. Die Inhaber Hanni und Wilfried Krebber haben die Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft an der Bergstraße zu sich eingeladen. Mit Edith Krusdick von der Flüchtlingshilfe Brünen hat das Inhaber-Ehepaar Krebber den Nachmittag organisiert. "Uns ist es wichtig, etwas außerhalb der Unterkunft zu machen. Denn da sind die meisten ja den ganzen Tag", sagt Krusdick. Aber auch diejenigen, die mittlerweile in einer eigenen Wohnung leben, sind dabei.

So wie Mouaht, seine Frau Jolina und die Kinder Saad und Anne. "Ich habe mich sehr gefreut, es ist wirklich sehr schön hier", sagt der 30-jährige Syrer, der zum ersten Mal im Hofcafé ist. Er fühlt sich in Brünen wohl, seit einem Jahr lebt er in Deutschland. Mouaht ist überwältigt, wie viele Menschen immer für ihn und seine Familie da sind. "Besonders eine Frau hilft uns immer. Sie heißt Anne. Für meine Frau und mich war sofort klar, dass wir unsere Tochter auch so nennen", sagt er, "als Dankeschön". Seine Tochter ist knapp vier Wochen alt.

Katharina Eigener, Christa Dickmann und die Inhaber Hanni und Wilfried Krebber veranstalten jährlich das Frühstück für Bedürftige. Foto: Kempken

Die Erwachsenen unterhalten sich und die Kinder stapeln Bauklötze. "Diese Spiele haben meine Mitarbeiter organisiert, jedes Kind kann sich etwas mit nach Hause nehmen", sagt Hanni Krebber. Fatlind freut sich, mit allen an einem Tisch zu sitzen und Kuchen zu essen. Der Kosovare und seine Frau Sanije haben es mit viel Fleiß, Engagement und Durchhaltevermögen geschafft, in Deutschland bleiben zu dürfen - von 31 Menschen war er der einzige, der nicht abgeschoben worden ist. Heute arbeitet er in einer Gärtnerei, seine Frau arbeitet als Reinigungskraft. "Mir war es wichtig zu kommen. Ich möchte mit allen in Kontakt bleiben, auch wenn wir unsere eigene Wohnung haben. Ich möchte helfen, wo ich kann", sagt Fatlind, der stets zur Stelle ist, wenn er als Übersetzer gebraucht wird.

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Mittendrin sitzt Kümmerer Hilbert Proft, der neben der Gemeinschaftsunterkunft lebt und für alle da ist. Er ist stolz, wenn er hört, wer es alles geschafft hat. "Einige Familien wohnen in Wesel direkt in der Innenstadt, andere haben hier in Hamminkeln eine Wohnung gefunden. Das ist toll", sagt Proft.

Krebber reicht ein Kuchenstück nach dem anderen über die Theke. Sie freut sich, dass es allen schmeckt. Seit einiger Zeit lädt sie mit ihrem Mann zudem immer am 24. Dezember Bedürftige zum Frühstück ein - Kaffee und Kuchen für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft gab es zum ersten Mal, aber wohl nicht zum letzten.

Die Flüchtlingshilfe Brünen sucht Paten für die Familien. Weitere Infos gibt es bei Edith Krusdick von der Flüchtlingshilfe: edith.krusdick@gmx.de.

(suko)
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