Flüchtige Ferkel - Tierheim Wesel sucht Hinweise auf Aufenthaltsort von kleinem Schwein

Nach Porky : Tierheim Wesel sucht zweites Ferkel auf der Flucht

Am Auesee in Wesel hat die Polizei am Samstag ein Ferkel entdeckt. Sie brachte Schwein Porky ins Tierheim. Ein zweites Tier, das ebenfalls gesehen worden sein soll, ist aber noch nicht wieder aufgetaucht. Das Tierheim glaubt an eine inoffizielle Haltung der Schweine.

In Wesel sind zwei kleine Ferkel offenbar von einem Tiertransporter gesprungen und haben sich in die Freiheit gerettet. Das berichtet das Weseler Tierheim, das breits im Besitz eines der Ferkel ist. Nun sucht das Tierheim Hinweise auf den Verbleib des zweiten Ferkels.

Der Vorfall geschah bereits am vergangenen Samstag. Die Polizei brachte da ein kleines Ferkel in das Tierheim in Wesel. Es hatte sich laut Bericht des Tierheims am Auesee versteckt gehalten. Mit ihm soll sich laut Weseler Tierheim allerdings noch ein zweites kleines Schweinchen durch Flucht dem unbekannten Reiseziel entzogen haben. Die Polizei-Beamten hätten die Suche inzwischen eingestellt. Damit geben wir uns nicht zufrieden“, erklärt Gabi Wettläufer. „Wir versuchen jetzt in Zusammenarbeit mit der Tierrettung Bocholt das zweite Ferkel zu finden.“ Die Polizei teilte auf Anfrage allerdings mit, ein zweites Schwein nicht gesichtet zu haben. Sonst sei man auch verpflichtet, dieses Tier zu suchen, erklärte eine Sprecherin der Polizei Wesel.

Ferkel Porky, so hat es das Tierheimteam genannt, genieße seine Unterkunft, berichtet die Tierheimchefin. „Zwar provisorisch in einem kleinen Holzhäuschen, weil wir neben unseren drei Hängebauchschweinen nicht noch Platz für weitere Schweine in Not hat, aber höchst komfortabel auf frischem Stroh mit darüber hängender Wärmelampe.“ Zu Fressen bekomme Neuzugang Porky da gleiche wie seine erwachsenen Artgenossen: Schweinefutter und als Zugabe Äpfel, Obst und Gemüse.

„Dem Ferkel wurde die Ohrmarke entfernt, man sieht noch das Loch“, sagt die Tierheimleiterin. Für sie ein eindeutiger Hinweis, dass es sich bei dem Tiertransport um eine nicht angemeldete, inoffizielle Haltung gehandelt haben muss. Üblicherweise haben Ferkel zwei Ohrmarken, wenn sie – wie in diesem Fall – vermutlich aus dem Zuchtbetrieb zur Mast gefahren werden sollten. Das Veterinäramt in Wesel ist bereits verständigt worden.

Die Tierheimchefin ist froh über die Flucht der Schweine, weil sie sich vor dem Schlachter gerettet haben könnten: „Das Ferkel hat schon jetzt das größte Abenteuer bestanden, das sich denken lässt: Es hat sich dem Tod, der in wenigen Monaten auf die Mast gefolgt wäre, verweigert – und das Leben gewählt.“

Der Bundesverband Tierschutz e.V., dem das Tierheim in Wesel gehört, hat sofort seine Unterstützung zugesagt und bemüht sich aktuell um eine artgerechte Unterbringung auf Lebenszeit. Sollte das zweite Schwein gefunden werden, sollen beide zusammen alt werden dürfen.

Infos zur Arbeit des BVT und seinem Tierheim gibt es auf der Internetseite www.bv-tierschutz.de und www.tierheim-wesel.de

(sep)