Feuerwehreinsatz bei Hochwasser

Hochwasser in Wesel: Zeltender Obdachloser von Lippewiesen gerettet

Ein Obdachloser, der in den Weseler Lippewiesen zeltet, wurde vom Hochwasser eingeschlossen. Besorgte Bürger riefen die Feuerwehr.

Während andernorts die Pegelstände schon wieder sanken, hatte der Scheitelpunkt des Hochwassers Wesel am Montag noch nicht erreicht. Die Lippe beispielsweise stieg noch so schnell an, dass sie einen obdachlosen Mann auf dem Fusternberg in Gefahr brachte.

Er hatte in der Aue nahe dem Schill-Denkmal gezeltet und war am Nachmittag vom Wasser umringt worden. Dies war einem aufmerksamen Bürger aufgefallen, der umgehend Rettungskräfte informierte. Die Weseler Feuerwehr rückte mit zwei Mann an, um ihn aus seiner misslichen Lage in dem durchweichten Gelände zu bergen und in Sicherheit zu bringen. Mitarbeiter der Stadtwacht transportierten den Obdachlosen umgehend zum Aufwärmen zu einer Verwandten.

Unterdessen lockert sich bei den Sicherheitskräften ein wenig die Anspannung. Nicht benötigt wurden glücklicherweise die rund 1500 Sandsäcke, die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) und der Freiwilligen Feuerwehr am Samstag auf dem Gelände des städtischen Betriebs ASG mit Hilfe der Abfüllanlage des THW vorbereitet hatten. Die Stadt hatte die Maßnahme vorsorglich in Auftrag gegeben und die Säcke beim ASG für den schnellen Einsatz lagern lassen.

Heute soll der Scheitelpunkt des Hochwassers Wesel erreichen, mit einem Anstieg auf 9,40 bis 9,50 Meter wird noch gerechnet. In der Nacht zu morgen geht es dann wieder bergab, berichtete Jan Böhme vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg. Mit dem sinkenden Wasserstand wird auch die Fließgeschwindigkeit wieder abnehmen, die bei dem aktuellen Hochwasser in der Strommitte elf Stundenkilometer erreicht, bei mittlerem Pegel sind es sieben.

Viel Arbeit wird unter anderem bei den Deichverbänden nach dem Abfluss des Hochwassers anfallen: Dann müssen die Deiche genau kontrolliert und eventuelle Beschädigungen ausgebessert werden. Einige Mühe und auch Kosten wird auch das Einsammeln des Treibgutes bereiten, sagte Viktor Paeßens, Deichgräf des Deichverbandes Duisburg-Xanten, der linksrheinisch auch für Büderich und Ginderich zuständig ist. Viele kleinere Bäume sind im Wasser unterwegs, ebenso eine große Menge Müll wie zum Beispiel Plastikflaschen. Paeßens: "Da werden wir eine Menge zu tun haben."

(fws)