Wesel: Feuer und Flamme für Treppe

Wesel: Feuer und Flamme für Treppe

Doppelfeier an der Brüner-Tor-Gemeinschaftgrundschule: Donnerstag werden die neue Räume des offenen Ganztages sowie die stählerne Feuerschutztreppe offiziell vorgestellt. Eine Schulfest mit den Eltern schließt sich an.

So ein bisschen erinnert die neue Stahltreppe der Innenstadt-Gemeinschaftsgrundschule am Brüner-Tor-Platz an amerikanische Spielfilme, bei denen die Akteure über Treppen an der Außenseite ihrer Häuser flüchten oder schon mal mit einer Liebeserklärung überrascht werden. Diese hier ist allerdings größer und hat vor allem einen Zweck zu erfüllen: Im hoffentlich nie eintretenden Brandfall soll sie als Fluchtmöglichkeit dienen.

Nötig geworden ist die schon von weitem sichtbare Treppe durch die Verlegung der Ganztagsbetreuung in das Dachgeschoss der Schule. Aufgrund der steigenden Zahl von Schülern, die nach Unterrichtsschluss im Ganztag betreut werden, wurden die Räumlichkeiten im Untergeschoss zu klein. Rund 60 Kinder (47 davon im offenen Ganztag bis 16.30 Uhr, die anderen über Mittag bis 14 Uhr) werden hier von drei Erzieherinnen, einer Diplompädagogin und drei Honorarkräften betreut.

Küche im Dachgeschoss

"Hier wird gespielt, bei den Hausaufgaben geholfen und gemeinsam gegessen", sagt Anke Sicking, Leiterin des offenen Ganztages, der von der Caritas organisiert wird. Aus Brandschutzgründen, das wurde damals durch eine Begehung mit der Feuerwehr klar, durfte die im Dachgeschoss vorhandene Küche allerdings nicht genutzt werden. "Im Falle eines Feuers muss es immer zwei Fluchtwege geben", erklärt Schulleiterin Sybille Handel. Die andere Möglichkeit, die Kinder mit einem Korb zu retten, dauert im Ernstfall mit drei Minuten pro Kind einfach zu lange. Und so musste eine zweite Treppe her, um den offenen Ganztagsbereich voll nutzbar zu machen. Seit den Sommerferien 2009 wurde nach der Bewilligung des Stahlbaus nun an dem 85 Stufen hohen Gerüst gearbeitet. Das brachte Einschränkungen für die Schüler mit sich, mussten sie doch wochenlang auf die Hälfte ihres Schulhofes verzichten. Auch das Klettergerüst musste verschoben werden und aus den Fenstern, die sich an der Hauswand der Schule befanden, mussten Türen werden.

Jetzt hat jede der vier Etagen ihren eigenen Zugang zum Fluchtweg. "So profitieren alle Schüler von der neuen Treppe", freut sich Sybille Handel. Die Ausgänge sind alarmgesichert, schließlich soll die Treppe nur im Brandfall zum Einsatz kommen. Den haben die rund 145 Schüler bereits mit der in der Nachbarschaft befindlichen Feuerwehr durchgespielt. "Die Übung war cool. Von da oben kann man auch echt gut sehen", sagte Zweitklässlerin Selina (8).

Rätsel und Plakate

Die neue Treppe ist übrigens auch Anlass für die Schule, das Thema "Flammen und Feuer" in einer Projektwoche in allen Schulklassen zu erarbeiten. Von Infoplakaten über Rätsel bis hin zu kleinen Experimenten wird alles Wissenswerte im Umgang mit dem heißen Element besprochen. Natürlich immer in der Hoffnung, dass die neue Feuertreppe nie wegen eines Brandes genutzt werden muss.

(RP)