Festliche Klänge zum 25. Stadt-Jubiläum in Hamminkeln

Hamminkelner Konzert : Festliche Klänge zum 25. Stadt-Jubiläum

Das internationale Orchester Festival Harmonie der Musiklandschaft Westfalen begeisterte beim Neujahrskonzert im Rathaus.

Das 25-jährige Stadtjubiläum ist am Sonntag mit einem stimmungsvollen Neujahrskonzert gefeiert worden. Das Orchester Festival Harmonie der Musiklandschaft Westfalen aus Borken, ihr bulgarischer Dirigent Martin Panteleev sowie der ungarische Geigenvirtuose József Lendvay begeisterten im ausverkauften Rathaussaal mit Walzer, Polka und Marsch. Die mehr als vierzig Musiker aus über zwanzig Ländern bewiesen nicht nur unbändige Spielfreude, sie bestachen auch durch große Präzision.

Bürgermeister Bernd Romanski (SPD) hatte zu diesem dritten Neujahrskonzert des Orchesters diverse Ehrengäste eingeladen, um mit ihnen das Jahr des Stadtjubiläums einzuläuten. Brigitte Lohberg, die Witwe des ersten Bürgermeisters Heinrich Meyers, war mit dessen Sohn eigens aus Düsseldorf angereist. Die Fraktionsvorsitzenden von damals waren ebenso erschienen wie der langjährige Bürgermeister Holger Schlierf, der bei der Zuerkennung der Stadtrechte als Dezernent in der Stadtverwaltung tätig war.

Er erinnerte sich, wie sehr man sich damals hinter den Kulissen bemüht habe, alle Stadtteile „mitzunehmen“. Die Anerkennung als Stadt, so meint er, „hat die Identität gestärkt. Das war eine gute Sache für Hamminkeln.“ Groß gefeiert wird das 25-jährige Jubiläum am 19. und 20. Juni mit einem Stadtfest. Das Orchester ging gleich mit dem ersten Stück in die Vollen – mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Polonaise aus der Oper Eugen Onegin von 1878. „Prachtvoll, feudal und opulent“, nannte Moderator Dirk Klapsing von der Musiklandschaft Westfalen das Stück – und so kam es auch rüber. Das zweite Tschaikowski-Werk der Matinee, sein italienisches Capriccio, darf man getrost als deren Höhepunkt bezeichnen. Es ist auch das Lieblingsstück des Orchesters, verriet Dirigent Panteleev. Und es übertraf sich denn auch dabei selbst, meisterte Tempowechsel, Taktwechsel und den fulminanten Schluss mit Bravour. Tschaikowski hatte das Stück bei einem Rom-Aufenthalt 1879 geschrieben, und es liegt ihm ein italienisches Volkslied zugrunde.

Besonders stolz präsentierte Dirk Klapsing eine Eigenkomposition von Martin Panteleev, die in Hamminkeln erst zum dritten Mal öffentlich gespielt wurde. Der Dirigent hatte seine „Rokoko-Impressionen“ eigens für den Geiger József Lendvay geschrieben. Und der zeigte dabei sein ganzes Können, obwohl die drei Perkussionisten ihm mit ihren wohl temperierten Einsätzen fast die Show stahlen. Lendvay hatte bereits zuvor gezeigt, was er kann, mit einer Zigeunerweise des Spaniers Pablo de Sarasate (1844 – 1908), die laut Panteleev als besonders schwer zu spielen gilt. Lendvays Geige weinte, tänzelte, galoppierte. Kein Neujahrskonzert ohne Polkas von Strauß, die Pizzicato-Polka (1869) zunächst und dann besonders schnell die Tritsch Tratsch Polka von 1858.

Zum Schluss die Klassiker: Strauß’ Walzer „An der schönen blauen Donau“, Jacques Offenbachs „Can-Can“ zum Mitklatschen und schließlich der Radetzky-Marsch. Wem das nicht genug war: Am 1. August kommt das Orchester Festival Harmonie in den Hamminkelner Baumarkt Borgers.

(evka)