FDP lehnt die Kies-Planung des RVR für den Kreis Wesel ab

Regionalverband soll nachbessern: Kreis-FDP lehnt Kies-Planung ab

Die Liberalen bewerten den Entwurf des RVR als absichtliche Provokation.

Dem Regionalverband Ruhr (RVR) in Essen weht in Sachen Kies vom Niederrhein her weiter ein kalter Wind ins Gesicht. Am Montag legte auch die Kreis Weseler FDP ein Positionspapier vor, das sie mit ihrem Kreistagspartner VWG in die hiesigen Beratungen zur Stellungnahme des Kreises einbringen wird. Die Liberalen erklären darin die Regelungen zum Kiesabbau im Entwurf des Regionalplans für inakzeptabel und fordern eine Überarbeitung. Die RVR-Verbandsversammlung soll die Planungsbehörde zudem verpflichten, die Kommunen des Kreises Wesel in diesen Prozess einzubeziehen.

Bundestagsabgeordneter und FDP-Kreisvorsitzender Bernd Reuther, sein Stellvetreter Rudolf Kretz-Mannteufel und Rainer Mull als Vorsitzender der Kreistagsfraktion kritisierten die mangelnde Beteiligung der Betroffenen. Bei einem achtjährigen Vorlauf wäre reichlich Gelegenheit gewesen, einen konstruktiven Dialog zu führen, um geeignete und konsensfähige Flächen für künftige Abgrabungen zu finden. Stattdessen aber, so die Liberalen, sei offenbar mit voller Absicht ein Provokationskurs gefahren worden. Die Ausweisung von objektiv ungeeigneten und in der Vergangenheit bereits abgelehnten Arealen habe zum vermutlich erwünschten Ergebnis geführt: Widerstand. Wie mehrfach berichtet, geht es vorrangig um Gebiete in Wesel-Obrighoven, Hamminkeln-Dingden, Alpen-Bönninghardt und Kamp-Lintfort.

Die Kreis-FDP sieht einerseits die Notwendigkeit des Kiesabbaus, weil es beispielsweise im Hochbau gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsstandards gibt. Dabei betont sie auch den Erhalt von Tausenden Arbietsplätzen. Andererseits stehen für sie „ein restriktiver Gebrauch, Ressourcenschonung und wertschöpfende Nachfolgenutzung im Kreis Wesel an oberster Stelle“.

Im Detail wollen die Liberalen unter anderem flächensparende Abrabungen an Stellen großer Mächtigkeit; die Erweiterung bestehender Baggerlöcher (Pettenkaul etc.) statt Neuausweisungen; rheinnahes Graben, wenn damit auch Hochwasserschutz gestärkt wird; kein Flickenteppich kleiner Gebiete; keine Trockenauskiesung; Erforschung von Bau-Ersatzstoffen; großräumige Nachnutzung als Biotope, aber auch als Freizeit- und Sportgebiete; Solarenergie aus Baggerseen.

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