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Fahrtage in Gahlen: Mit der Feldbahn durchs Aap

Fahrtage in Gahlen : Mit der Feldbahn durchs Aap

Die Gahlener Feldbahnfreunde haben am Wochenende zwei Fahrtage veranstaltet. Das Angebot wurde rege genutzt.

Eine Fahrt mit einer Feldbahn bekommt man im niederrheinisch-westfälischen Grenzgebiet nicht alle Tage geboten. Umso mehr freuten sich Interessierte über die beiden öffentlichen Fahrtage, die die Gahlener Feldbahnfreunde am Wochenende auf dem Gelände des Hofes Haferkamp veranstalteten.

Mehrere Stunden lang konnten die Besucher mit einer von zwei Feldbahnen über die 400 Meter langen Gleise zwischen den Werkstätten der Feldbahnfreunde bei Haferkamp und dem Sportplatz des TuS Gahlen fahren. Die Kinder aus der Nachbarschaft freuten sich über die kostenlose Zusatzfahrt als Dankeschön für das gute Verhältnis der Feldbahnfreunde zu ihrer Nachbarschaft. Die Bahnen wurden von zwei Lokomotiven gezogen, die früher im Einsatz waren, um industrielle Güter zu befördern.

Am Sonntag stellte auch die Oberhausener Firma Hoffmann mehrere historische Lkw sowie alte Kiesgruben- und Baustellenkipper vor.

Zwischen den einzelnen Fahrten konnten sich die Besucher in den Werkstätten und auf dem Freigelände den Fahrzeugbestand zeigen lassen. Sechs Loks konnten besichtigt werden. Eine Lok wird derzeit für die Lebenshilfe in Serrig bei Saarburg restauriert. Im Herbst soll sie mit einem Lkw nach Serrig transportiert werden, den die Duisburger Gleisbaufirma Altum kostenlos zur Verfügung stellt. Die Lebenshilfe benutzt in Serrig eine eigene Feldbahntrasse. „Die Gahlener Feldbahnfreunde haben zur Lebenshilfe einen guten Kontakt“, berichtet der Vereinsvorsitzende Michael Nienhaus von den zweimal jährlich stattfindenden Einsätzen der Feldbahnfreunde beim Zugbetrieb in Serrig. Im Gegenzug hat die Lebenshilfe mitgeholfen, dass die Feldbahnfreunde 1000 Meter Gleise von einem benachbarten Weingut bekommen konnten.

Diese Gleise benötigen die Feldbahnfreunde für den weiteren Ausbau ihrer Strecke im Gahlener Aap. Im Rahmen einer genehmigten zweiten Ausbauphase wird im kommenden Jahr am Nordrand des Feldes im Aap ein 450 Meter langes Gleis verlegt, auf dem bei späteren Fahrtagen den Besuchern ein Blick auf die Lippeaue geboten wird. Beim Ausbau der zweiten Gleisanlage kann ein gebrauchter Bagger gute Dienste leisten, dessen Kosten die Volksbank Schermbeck übernommen hat

 Das im Ausbau befindliche Informationszentrum zur Feldbahn- und Tongeschichte konnte am vergangenen Wochenende schon für die Vorführung von zwei Videofilmen genutzt werden. Den einen hat der Landschaftsverband Rheinland 2005 erstellt; er zeigt die Tonziegelherstellung in der Emmericher Ziegelei Meyer. Das zweite Video wurde Anfang der 1990er Jahre für „Die Sendung mit der Maus“ erstellt und zeigt die Gewinnung von Ton in Gartrop mit Hilfe eines Eimerkettenbaggers und den Transport mit Kipploren zum Gartroper Zweigwerk der Firma Nelskamp.

Die Feldbahnfreunde suchen noch weitere Dokumente und Bilder zur Geschichte der Tongewinnung im Schermbecker Raum.