Wesel: Ex-Dom-Café wird für mehrere Millionen Euro umgebaut

Wesel : Ex-Dom-Café wird für mehrere Millionen Euro umgebaut

Neues Highlight am Großen Markt: An der Brück- und Dimmerstraße entstehen barrierefreie Wohnungen, Arztpraxen und Ladenflächen.

Max Trapp von der Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Domviertel findet den Entwurf "einfach klasse und prägend für das Viertel". Und für Dagmar Ewert-Kruse (Bürgerstiftung Historisches Rathaus) sind die Umbaupläne für das ehemalige Dom-Café und der beiden Nachbarhäuser an der Brück- beziehungsweise Dimmerstraße "einfach nur wunderbar".

Beide haben recht. Denn die 3D-Animation von dem aufwendig umgebauten Gebäudekomplex, für den es allerdings noch keine Bezeichnung gibt, hat alle überzeugt, die gestern bei der offiziellen Vorstellung der Umbaupläne im Verkehrsverein am Großen Markt dabei waren. Friedrich-Wilhelm Häfemeier, Vorstand der Verbands-Sparkasse Wesel, sprach davon, dass man es hier im Schatten des Doms mit einem "Rohdiamanten zu tun hat, den man schleifen will" und der "langfristig, nicht aber in den nächsten zehn Jahren, einmal Heimat der Verbands-Sparkasse werden kann."

Hanseatisch prächtig: Vom Gestaltungsbeirat abgesegnet und von der ISG Domviertel hochgelobt sind die Umbaupläne des Weseler Architekten Jaeger. Foto: NN

Auf Anfrage erklärte Häfemeier, dass die Verbands-Sparkasse den Komplex, der über "viele unglückliche Wege bei uns gelandet ist", für einen "höheren, siebenstelligen Betrag" umbauen lassen wird.

Die Ausschreiben laufen. Nach den Sommerferien im August, so ließ der Weseler Architekt Otfried Jaeger wissen, könne mit den Arbeiten begonnen werden. Die werden ein Jahr dauern, so dass die ersten Mieter im Herbst 2015 einziehen werden.

Noch ist unklar, an wen die 450 Quadratmeter im Erdgeschoss vermietet werden. Die Verbands-Sparkasse wünscht sich ein niveauvolles Café, alternativ hochwertige Lebensmittelanbieter (Obst- und Gemüse, Bäckerei, Fleischerei). Ärzte und Anwälte haben bereits Interesse an Räumen im ersten Obergeschoss angemeldet. Darüber in den beiden Etagen und im neuen Dachgeschoss sollen Mietwohnungen entstehen (zwischen 30 und 100 Quadratmeter). "Es können jetzt auch noch Wohnungen zusammengelegt werden", betont Jaeger. Dass alle Wohnungen barrierefrei und über Aufzüge zu erreichen sind, ist Bürgermeisterin Ulrike Westkamp besonders wichtig. "Wichtig ist auch, dass sich die Gebäude harmonisch einfügen und im Erdgeschoss ein interessanter Mieter einzieht."

Ziel der Planung war für Otfried Jaeger, der bekanntlich 2007 schon eine Videoanimation für den Großen Markt und die Häuser drumherum entwickelt hatte, "dass man beim Blick auf das Ex-Dom-Café die Hanse assoziiert". Das wird unter anderem erreicht durch die Kombination aus Backstein und (gebrochen) weißem Putz. Die hohen Fenster haben Richtung Dom Geländer, aber keine Balkone. Das lässt die 2010 verabschiedete Gestaltungssatzung nicht zu. Balkone finden sich auf der Rückseite.

(RP)
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