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Evangelisches Krankenhaus Wesel rüstet sich mit Entwicklungskonzept

Weseler Klinik setzt weiter auf Wachstum : Evangelisches Krankenhaus stellt neue Experten vor

Personal, Bauten, Service, Effizienz: Die Weseler Klinik setzt mit einem neuen Entwicklungskonzept weiter auf Wachstum.

„Was nutzen Bauten und Angebote ohne die Menschen, die das dann auch umsetzen“, umriss Rainer Rabsahl am Mittwoch den Schwerpunkt eines Aufgabenpaktes, dem das Evangelische Krankenhaus Wesel (EVK) sich schon verstärkt gewidmet hat und das weiter an Bedeutung gewinnt. Der Geschäftsführer der Klinik stellte mit weiteren Führungskräften sieben Zugänge aus jüngster Zeit vor. Sie stehen exemplarisch für die permanente Entwicklung auch der personellen Ressourcen. Zudem erläuterte das EVK-Team, wie das Haus langfristig gesund bleiben will. Ein gewisser Stolz, für Fachkräfte attraktiv zu sein, war dabei durchaus herauszuhören.

Einer der neuen Experten ist Christian Baumert (44), Leiter IT und Prozessunterstützung. Ein neues Krankenhausinformationssystem ist gerade gestartet. Ausgebaut wird der Einsatz von iPads, damit Patientendaten überall im Haus vollständig zur Verfügung stehen. Frank Theunissen (41) ist kaufmännischer Controller und baut ein System für ein Daten-Warehouse auf, das die Wirtschaftlichkeit von Abläufen transparent macht. Jörg Rebhun (53) ist stellvertretender Pflegedienstleiter, kümmert sich unter anderem um Personalgewinnung und familienfreundlichere Dienstzeiten. Denn der Markt ist leer, neuen Kräften muss man als Arbeitgeber was bieten können. Olaf Schmidt (55) verstärkt seit einer Woche als Oberarzt das Team der Orthopädie und Unfallchirurgie. Er hebt hervor, dass es für ein Haus wie das EVK mehr als respektabel ist, regionales Traumazentrum zu sein. Marc Wilms (49) bringt als Facharzt in der Strahlentherapie Erfahrung mit. Leyla Akpolat-Basci (48) wirkt als Oberärztin in der Senologie und Gynäkologie, attestiert den Mitarbeitern am EVK „sehr hohe fachliche Kompetenz“. Michael Trapp (48) ist der neue Mann in der onkologischen Praxis und freut sich darüber, dass er hier ambulant wirken kann und die Onkologie weiter ausgebaut wird.

Rabsahl (61), sein Stellvertreter Heino ten Brink (48), Pflegedienstleiter Michael Nühlen (61) und Eveleine Klingler (53) als Leiterin der Unternehmenskommunikation sehen das Haus mit Fachkräften wie diesen gut gerüstet. Das EVK schloss bei einem Umsatz von fast 70 Millionen Euro das vergangene Jahr mit einem positiven Ergebnis ab. Rund 14.700 stationär behandelte Patienten bedeuteten ein Plus von 355. Auch ambulante Leistungen nahmen zu. Baulich steht, wie mehrfach berichtet, zunächst das neue Pflegeheim für Senioren auf dem Gelände des EVK auf der Agenda. Dazu gab es am Mittwoch den ersten Termin mit Architekten.

Das generelle Entwicklungskonzept, mit dem Anfang 2018 begonnen wurde, soll bald vorliegen. Auf der Agenda wird unter anderem der Neubau eines Bettenhauses mit 80 bis 100 Plätzen modernen Standards stehen. Denn noch immer gibt es einige Drei-Bett-Zimmer ohne Nasszelle. „Die sollen in 20 bis 25 Jahren nicht mehr vorkommen“, sagte Geschäftsführer Rabsahl, der auch von ganz nahen Zielen berichtete. Zum Beispiel für die Kardiologie und die Endoskpie, die sehr gut seien, aber mehr Platz bräuchten. Der soll im Sommer zur Verfügung stehen.

Er betonte bei der Bilanz mit Ausblick am Mittwoch auch, dass am Evangelischen Krankenhaus Wesel eben einige Dinge anders laufen als anderswo. Mit viel Diskussion und flachen Hierarchien sowie der Fähigkeit, Stimmungen aufzufangen und daraus Schlüsse zu ziehen.