Wesel: Eva Brinkmans sensible Zeichnungen

Wesel: Eva Brinkmans sensible Zeichnungen

Schau im Eiskeller zeigt, wie gut die Bildhauerin auch mit Blei, Kreide und Tusche umgehen konnte.

Die Trauernde Vesalia auf dem Friedhof an der Caspar-Baur-Straße ist von ihr, ebenso hat die Bildhauerin die Türgriffe des Willibrordi-Doms und vieles mehr geschaffen, das im Stadtbild zu sehen ist. Doch Eva Brinkman (1896-1977) war auch eine äußerst feinfühlige Zeichnerin. Das beweist ab morgen eine Ausstellung im Museum und Heimathaus Eiskeller am Schloss in Diersfordt. Eröffnung ist um 11 Uhr. Der Heimatverein zeigt 20 Arbeiten aus dem Fundus des Städtischen Museums und zwei Privatleihgaben von Hans-Peter Stumpen. Bis zum 14. Juni ist die Ausstellung "Eva Brinkman - Lebensnahe Zeichnungen einer großen Weseler Künstlerin" zu sehen.

Die Auswahl der Exponate, die in der Zeit von 1915 bis 1972 entstanden sind, spiegelt das zeichnerische Lebenswerk Brinkmans. Sensibel und gekonnt führte sie mit und auf unterschiedlichsten Materialien den Stift. Vom Bütten- bis zum Butterbrotpapier reicht die Bandbreite. Zeichen für die Not der Nachkriegsjahren. Bekannte Weseler wie Mitglieder der Familie Eich (40er Jahre) ließen sich von ihr porträtieren. Zu sehen sind auch Momentaufnahmen von Großstädtern, die der Weselerin bei Besuchen in Berlin und Paris in den 20er Jahren vor die Feder gekommen waren. Ebenso ein Schleswiger Fischer (1967). Er wirkt erfahren, zufrieden, bescheiden.

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Claudia Bongers vom Niederrheinischen Kunstverein wird morgen zur Eröffnung eine Einführung geben. Renate Quast vom Heimatverrein Diersfordt freut sich, dass erneut eine Kooperation mit dem städtischen Kulturamt gelungen ist. Dessen Leiterin Heike Kemper geht es ebenso. Sie schaut wie Claudia Bongers schon auf 2016. Da wird die Stadt 775 Jahre alt. Und es jährt sich zum 120. Mal Eva Brinkmans Geburtstag. Der Niederrheinische Kunstverein möchte dazu zwar nichts Großes veranstalten, plant aber eine Würdigung der Künstlerin. Gedacht ist an eine Gedenkplakette, die an einem Haus in Brinkmans Lebensumfeld (Hansaring/frühere Kommandanturstraße) angebracht werden könnte.

Geöffnet sonntags 11 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter 02859 375; Eintritt zwei Euro, Kinder ein Euro

(RP)
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