Essen für alle mitten im Dorf Ginderich

Der Mittagstisch als Treffpunkt : Essen für alle mitten im Dorf

Gemeinsam gegen die Isolation: Der Verein Dorfschule Ginderich bittet jeden dritten Dienstag im Monat Alleinstehende und Senioren zum gemeinsamen Mittagessen.

Dienstagmittag, 12.30 Uhr. Ein appetitlicher Duft steigt aus den Kellerräumen der Dorfschule in Ginderich empor. In der Gemeinschaftsküche herrschte vor einigen Minuten noch Hochbetrieb. Nun sind die Gerichte im Ofen – aufräumen und saubermachen ist angesagt. Frank Müller, seine Frau Carola Kasperek und Anne Dicks wuseln umher, reinigen die Küchenoberflächen und haben die Backöfen genau im Blick. In ihnen brutzelt das heutige Menü: „Heute gibt’s Lachs-Mangold-Nudelgratin“, erklärt Kasperek lächelnd. Seit 10.15 Uhr ist das Trio bereits vor Ort. Sie schnibbeln und putzen Gemüse, kochen Nudeln und bereiten den Nachtisch vor – alles ehrenamtlich.

Seit Januar werden in die Dorfschule einmal im Monat Senioren und Alleinstehende geladen, die bei einem gemeinsamen Mittagessen ins Gespräch kommen können. „Wir wollen die Menschen aus der Isolation holen“, erklärt Anke Bückmann vom Verein Dorfschule Ginderich. Die ersten drei Termine waren mit zwölf bis 16 Teilnehmern sehr gut besucht. „Die Resonanz war auch durchweg positiv“, ergänzt sie. „Es ist wunderschön zu sehen, wie die Leute sich hier beim Mittagessen kennenlernen. Ziel ist es, dass sie auch außerhalb den Kontakt halten.“

Gertrud Hartmann (vorne) und den weiteren Gästen schmeckt es: Serviert wurde Lachs-Mangold-Gratin. Foto: Lars Fröhlich

Eine Annonce in der Zeitung hat Frank Müller und seine Frau Carola auf das Projekt aufmerksam gemacht. Es wurden ehrenamtliche Köche gesucht – „Wir kochen auch zuhause gerne“, erklärt er. Und: „Es ist sehr wichtig, dass die Menschen hier eine gute und frische Mahlzeit bekommen.“ Die beiden gehören seit Januar dazu, Anne Dicks ist seit dem vergangenen Termin dabei. Insgesamt besteht die Gruppe der Ehrenamtlichen momentan aus vier Personen. „Aber wir suchen nach weiteren Ehrenamtlern“, sagt Bückmann. Ihr Wunsch wäre es, einen zweiten Termin im Monat für die gemeinsamen Mittagessen anzubieten.

Kasperek wirft einen letzten Blick in den Kühlschrank. Dort steht der Nachtisch, ein selbst gemachter Schokoladenpudding. „Der muss noch etwas abkühlen“, sagt sie. Das Trio macht sich samt Gratin auf den Weg nach oben. Zwölf Gäste sitzen hier bereits am gedeckten Tisch. Als die Ehrenamtler das heutige Gericht präsentieren, schallen „Oh-“ und „Ah-“ Rufe durch den Raum. Auch heute scheint es den Damen und Herren zu schmecken. „Vielen Dank für das leckere Essen“, sagt eine ältere Dame zu den Köchen. „Das ist natürlich das größte Kompliment“, schwärmt Müller.

(dmt)
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