Eselrock in Wesel – eine Würdigung

Wesels Musikfestival : Eselrock – eine Würdigung

Am Freitag startet das Eselrock-Festival. Von ihm geht auch eine Botschaft aus: Lass die Jugend mal machen. Ein verdientes Lob für ein musikalisches Aushängeschild der Stadt.

Das haben sich die Jugendlichen selbst ausgedacht: Der Vers stammt von einem Song der Hamburger Band Tocotronic. Er könnte für das Weseler Eselrock-Festival ersonnen worden sein. Es waren junge Leute vom Niederrhein um Simon Bleckmann, die vor nunmehr elf Jahren die Idee hatten, ein eigenes Musikfestival auf die Beine zu stellen, Musiker von auswärts in die Weseler Innenstadt einzuladen und gemeinsam eine große Party zu feiern. Seit Mittwochmorgen wird wieder aufgebaut. Die Bühne steht schon fast. Die Vorfreude steigt.

Das Eselrock ist eine der größten Veranstaltungen geworden, die Wesel zu bieten hat. Davon geht auch eine Botschaft aus: Die Jugend auch mal machen lassen. Man muss diese kleine Einleitung einmal aufschreiben, weil nach nunmehr elf Jahren dieses Festival fast wie selbstverständlich im Veranstaltungskalender der Stadt auftaucht und sich kaum noch jemand darüber wundert, was da alljährlich im Heubergpark über die Bühne geht.

Ein paar Zahlen: 110 Helfer, 15 davon im inneren Organisationskreis. Tausende Besucher. Vor allem aber muss einen die Null staunen lassen. Jahr für Jahr schaffen es die Eselrocker, keinen Eintritt zu verlangen. Das ist nur möglich, weil viele Sponsoren in Wesel dem Festival die Treue halten, den jungen Organisatoren zutrauen, diesen Konzertreigen zu rocken. Im Internet ist diese Liste der Unterstützer auf der Eselrock-Seite abgedruckt. Sie liest sich wie ein Who is Who der Weseler Wirtschaft und zeigt, welch großes Gemeinschaftswerk dieses Konzert ist. Auf gewisse Weise ist auch der morgige Freitag in Wesel also ein „Friday for Future“.

Der Eselrock-Erfinder Simon Bleckmann hat sich inzwischen etwas zurückgezogen, arbeitet im Hintergrund mit. Für ihn übernimmt eine jüngere Generation. Nicht alles wird sofort gelingen. Aber eigentlich, so berichtete Bleckmann vor einiger Zeit, laufe bei einem Festival eben nie alles richtig rund. Also gilt es, Ruhe zu bewahren.

Zwei Tage lang Konzert, zwei Bühnen, 18 Konzerte, viele bis in die Haarspitzen motivierte Musiker. Dass als Hauptband in diesem Jahr Axel Bosse mit seiner Band Bosse auftritt, ist abermals ein kleiner Coup der Festivalmacher. Bosse ist keine dieser Instant-Musikbands. Über Jahre hat sich Axel Bosse nach oben gearbeitet, hat zu Herzen gehende Songs geschrieben und grüßt jetzt mitunter von der Spitze der deutschen Albumcharts. Am Samstag ist er als großer Headliner zu erleben.

Der Einlass am Freitag beginnt um 17 Uhr, am Samstag bereits um 12 Uhr. Das Organisationsteam rund um die Veranstaltung rechnet in diesem Jahr mit bis zu 20.000 Besuchern im Heubergpark. Sobald das Gelände seine maximale Kapazität erreicht hat, wird der Einlass geschlossen.

Alle Informationen zu den Sicherheitsbestimmungen und den Bands gibt es auch online unter www.eselrock.de.

(sep)