1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Esel-Freunde Niederrhein erklären, wie man sein Grautier gesund hält

Kurse am Wochenende : Erste Hilfe am Esel

Die Esel-Freunde Niederrhein erklären am Wochenende mit einem speziellen Kursus in Dingden, was ein Grautier braucht und wie man ihm im Notfall helfen kann. Noch sind in dem Lehrgang einige Plätze frei.

Esel werden immer beliebter. In Wesel ist der sympathische Vierbeiner in kunterbunter Vielfalt ständig im Stadtbild präsent. Es gibt das Esel-Rock-Festival, außerdem das karnevalistische Wappentier samt überregional bekanntem Eselorden und nicht zuletzt das Wesel-Echo. Auch das lebendige Vorbild findet zunehmend Liebhaber. Das einstige Nutztier erfreut gerade im ländlichen Raum seine Halter durch bloße Anwesenheit. Esel tun dem Menschen gut. „Ein Esel strahlt unwahrscheinlich Ruhe aus. Er erdet richtig“, sagt Inge Gores. Die 52-jährige Dingdenerin ist Vorsitzende des Vereins Esel-Freunde Niederrhein und hat neben der menschlichen Gesundheit natürlich auch die des geliebten Tiers im Sinn. Nicht jeder Halter weiß artgerecht mit Eseln umzugehen. Deren Bedürfnisse sind nicht mit denen von Pferden oder Ponys gleichzusetzen. Deshalb findet am Wochenende 2./3. November jetzt ein Erste-Hilfe-Kursus am Esel in Dingden statt.

„Ich fand Esel als Kind schon toll“, erklärt Gores ihre Leidenschaft. Sie stammt aus Heiden, hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe, arbeitet als technische Zeichnerin in Weseke und kam vor sieben Jahren zu ihrem Mann Dieter auf den Hof seiner Eltern. Landwirtschaft wird dort nicht mehr betrieben, aber es gibt Platz für allerlei Tiere.

Im Umgang mit Eseln kann man eine Menge falsch machen. Das fängt bei falschem oder zu viel Futter an, denn die vermeintlich störrischen Eigenbrötler sind genügsamer, als man denkt. Aber eben auch empfindlich. Auf die Hufe muss man aufpassen, Koliken schnell erkennen und richtig handeln, die Farbe der Schleimhäute deuten können und vieles mehr. Für den VFD-Kursus – das Kürzel steht für Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland – reist als Leiter Ralf Wulke vom Eselhof Nechern aus Sachsen an. Im April ist Gores mit Ilona Holsteg aus Brünen bei Wulke in einer Schulung gewesen und dann erneut zur theoretischen und praktischen Prüfung in Sachen Eselhaltung hingefahren. Außerdem wirkt am Wochenende Tierarzt Franz Koplin aus Mehrhoog am Weller Berg in Dingden mit. Als Probepatienten stehen die vier Zwergesel der Familie Gores, Felix, Floh, Henri und Willi, zur Verfügung.

Was man mit Eseln alles machen kann – außer sie nur zu haben –, leben die Esel-Freunde seit einigen Jahren vor. Sie haben bereits Veranstaltungen wie die PPP-Tage zur 775-Jahr-Feier mit dem ersten Weseler Esel-Festival bereichert, sind bei „Rund um Grün“ aufgetreten und bieten Wanderungen mit den Tieren an. Mit dem Hundespiel- und Sportverein (HSSV) Wesel gab es ein Herbstfest mit dem Titel „Dogs meet Donkeys“ (Hunde treffen Esel).

Das Interesse am Wohlergehen der langohrigen Gesellen geht über den Erste-Hilfe-Kursus hinaus. So macht Inge Gores auf den Verein Noteselhilfe aufmerksam, der gleichfalls Aufklärungsarbeit leistet und Hilfe anbietet. Er berät bei der Anschaffung und warnt vor unseriösen Händlern. Die Noteselhilfe vermittelt auch vernachlässigte Tiere, die vom Amtstierarzt in Sicherheit gebracht oder wegen privater Umstände abgegeben werden müssen, in bessere Hände. Und sie unterstützt Halter, wenn diese vorübergehend ihre Tiere nicht selbst versorgen können.