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Hamminkeln: Es grummelt in der SPD

Hamminkeln : Es grummelt in der SPD

Bauen an der Brüner Straße: Als der Antrag des SPD-Ortsvereins Hamminkeln für ein Mehrgenerationen-Projekt auf dem alten Sportplatz beraten wurde, verließ SPD-Fraktionschef Manfred Winter demonstrativ den Ratssaal.

CDU und Grüne feierten die Entscheidung der SPD, sich gegenüber dem Rathaus auf dem alten Sportplatz von der Ansiedlung eines Discounters zu verabschieden. Auch Bürgermeister Holger Schlierf lobte die neue Gemeinsamkeit an der exponierten Stelle im Dorfes: "Wir sitzen alle im Boot, hier das Beste hinzukriegen. Das wollen wird kraftvoll angehen." Nur einer scherte aus: SPD-Fraktionschef Manfred Winter. Er stand auf, ging raus und nutzte die Beratung zum demonstrativen Akt. Das Signal war in die eigene Partei gerichtet. "Ich mag diesen Antrag nicht", sagte Winter gestern auf Nachfrage.

"Ein Keil in der Fraktion"

Er habe nichts gegen die Stoßrichtung, dem Ost-Tor des Dorfes optimale Gestalt zu geben. Er sieht aber in der Initiative des SPD-Ortsvereins, an der Brüner Straße mit einem "potenziellen Investor" ein Mehrgenerationen-Projekt zu realisieren, als Versuch, einen Keil in die Fraktion zu treiben. "Ich kenne den Investor nicht. Man sagt mir auch nicht, wer das sein soll", sagt Winter. Er sei auch nicht bereit, einem Investor, der nach Gewinn strebe, zulasten der Stadtkasse das Feld zu überlassen.

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Bei so viel offenen Fragen bleibe für ihn nur, den Antrag der Hamminkelner Genossen als Angriff auf die Arbeit der Fraktion zu werten. "Ursprünglich war der so formuliert, dass die Fraktion ,beauftragt' wurde, im Sinne des Antrages zu handeln", so Winter. Der alte Fahrensmann aber lässt sich nicht mal eben was aufs Auge drücken. "Die können uns mal", so Winter barsch.

Mit die meint der Alt-Genosse "vier bis fünf Leute" im Ortsverein Hamminkeln. "Mit fast allen lohnt es sich, ins Gespräch einzusteigen, um zu einer gemeinsamen Linie zu finden", sagte Winter. "Nur einer ist absolut beratungsresistent." Einen Namen nannte er nicht. Aber es besteht kein Zweifel, dass er Martin Wente meint. Der Referent im Büro des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters Frank Baranowski gehört seit langem zu den schärfsten Kritikern der alten Garde, die er für den Abstieg der Hamminkelner Genossen in der Wählergunst verantwortlich macht. Der Brandherd lodert.

Winter überließ die Neupositionierung an der Brüner Straße SPD-Ortsverein-Chef Peter Fege. Ihm attestierte er den Versuch, den innerparteilichen Konflikt zu befrieden. "Doch wie er das macht, halte ich für untauglich", urteilt Winter kritisch. Es sei Aufgabe des designierten Parteichefs Bruno Lipkowsky, diese Baustelle zu beackern. Doch Winter will dabei nicht abseits stehen: "Das müssen wir gemeinsam machen."

(RP)