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Erzbischof bittet in Kevelaer um Unterstützung für Menschen im Niger

Hilfe für den Niger : Bischof bittet am Niederrhein um Hilfe

Laurent Lompo bittet Niederrheiner, Leben in Afrika zu retten. Aus Wesel hat er in den vergangenen Jahren immer wieder Hilfe erhalten. 700 Menschen sind in der Region, in der Lompo Erzbischof ist, konkret vom Hunger bedroht.

Während selbst am Niederrhein der trockene Sommer den Landwirten zu schaffen macht, warten auch die Menschen im afrikanischen Niger dringend auf Regen. Kommt der nicht, droht in einem der ärmsten Staaten der Welt einer Verschärfung der Hungersnot. „Wir hoffen noch, dass es gut wird“, sagte Laurent Lompo, Erzbischof des Bistums Niamey, jetzt bei einem Besuch in Keve­laer. Auf die Hilfe vom Niederrhein kann er sich verlassen. Immer wieder hat er in den vergangenen Jahren Kontakt mit Familie Seibt vom Campingplatz Grav-Insel in Flüren gehabt, von der er immer wieder mit Finanzmitteln für seine Projekte bedacht wird.

Der Hunger im Niger ist groß, bis zur nächsten Ernte dauert es noch zwei bis drei Monate – 700 Menschen sind in der Region, in der Lompo Erzbischof ist, konkret vom Hunger bedroht, 50 Kleinkinder sind so schwer unterernährt, dass nur Spezialmilchprodukte jetzt noch ihr Leben retten können.

Dazu kommen Übergriffe islamistischer Dschihadisten, die aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso einfallen und die Landbevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. „Die Unsicherheit wird immer stärker, die Menschen verlassen aus Angst die Dörfer und flüchten in die schon jetzt überbevölkerten Städte“, so Lompo. „Junge Menschen sind besonders gefährdet. Sie lassen sich wegen der Perspektivlosigkeit leicht von Dschihadisten einfangen. Wir als Kirche müssen an ihrer Seite bleiben und ihnen eine Perspektive geben.“ Kurzfristig geht das mit Lebensmittelspenden, langfristig will man Jugendlichen eine gute Ausbildung ermöglichen. „Die Erfahrung zeigt, dass sie nach der Ausbildung zurückkommen und ihr Wissen mit den anderen Dorfbewohnern teilen, sodass alle davon profitieren“, erklärte er. Durch die Hilfe vor Ort wird so ganz konkret verhindert, dass die Menschen aus ihrem Land flüchten müssen.

Die Dschihadisten, betonte Lompo, bekämpfen übrigens nicht alleine Christen, auch Muslime zählen zu ihren Opfern. „Deshalb brauchen wir den interreligiösen Dialog. Wir können die Dinge nur miteinander lösen und nicht gegeneinander“, sagte er. „Auf dem Land tun sich Christen und Muslime schon jetzt zusammen, um Entwicklung zu ermöglichen.“ Für ihn ist das ein wichtiges Zeichen der Hoffnung, denn er weiß: „Wenn wir uns von der Angst regieren lassen, sind wir alle tot – dann ist es vorbei!“ Dankbar ist Lompo für die Hilfe, die er bereits jetzt über die Aktion pro Humanität (ApH) aus Kevelaer erhalten hat: „Es tut uns gut zu wissen, dass Menschen aus Deutschland an unserer Seite sind, auch wenn sie nicht selbst vor Ort sind. Es ist gut, dass Menschen da sind, die uns in unserer Situation unterstützen.“ Er hofft, dass er nicht mit leeren Händen zurückkehren muss. Besonders dramatisch ist die Lage für die etwa 50 schwer unterernährte Kinder. Für sie hatte Pater Macalli ein Projekt ins Leben gerufen – jedoch wurde er von Dschihadisten entführt und gilt als verschollen. Die Kinder brauchen dringend spezielle Nahrung – die kostet für drei Monate 200 Euro pro Kind.

Hilfe brauchen auch 700 von Hunger bedrohte Familien. Lompo rechnete vor: „Eine Familie mit sieben Personen benötigt im Monat zwei Säcke Hirse, die zusammen rund 80 Euro kosten. Drei Monate müssen noch überbrückt werden, das kostet also rund 240 Euro pro Familie.“ Auf eine Person heruntergerechnet bedeutet das, dass rund 40 Cent pro Tag deren Überleben sichern. Auf nachhaltige Hilfe ausgelegt ist der Bau einer zweiten Klasse der Grundschule in Torodi.

Wer helfen möchte, kann dies mit einer Spende an die Aktion pro Humanität in Kevelaer tun. Das Geld, versicherten Lompo und die Vorsitzenden Elke Kleuren-Schryvers, wird auf einem Konto außerhalb des Niger sicher verwahrt und kommt direkt bei den Menschen an, die die Hilfe benötigen. Wer für einen bestimmten Zweck, also zum Beispiel die unterernährten Kinder oder Hirsesäcke, spenden möchte, kann dies im Verwendungszweck angeben.

(RP)