Wesel: Erster Erna-Suhrborg-Preis vergeben

Wesel: Erster Erna-Suhrborg-Preis vergeben

27 Künstlerinnen hatten sich beworben, zehn wurden ausgewählt und jetzt von Besuchern und Jury beurteilt.

Eine vorbildliche Idee und deren würdige Umsetzung in die Öffentlichkeit mit einer Ausstellung von Werken jetziger Künstlerinnen aus Stadt und Kreis Wesel, mit der Vergabe von drei Preisen gipfelte gestern in einer würdigen Feier im fast übervollen Centrum. Gedacht wurde der Weseler Künstlerin Erna Suhrborg, einer begabten Zeichnerin und Malerin, die es als Autodidaktin ohne akademische Ausbildung durch unermüdliche Arbeit und strenge Selbstkritik zur Meisterschaft brachte und künstlerisch begabte junge Frauen ermutigte, ihren eigenen Weg zu gehen. Ihr ältester Sohn Hans-Dieter Suhrborg und seine Frau Gabriele haben im Einvernehmen mit der Stadt den Erna-Suhrborg-Preis ausgelobt, der an autodidaktisch arbeitende Künstlerinnen vergeben wird (die RP berichtete).

Das also geschah gestern. Eine große Sache, die von allen Anwesenden einmütig, ja, einmütig und lange beklatscht wurde. Denn immer noch haben es Frauen, die persönlich zurückhaltend ihren eigenständigen Weg gehen wollen, schwer, in öffentlichen Ausstellungen einen Platz zu bekommen. Über dieses Dilemma gibt es noch nicht einmal eine wissenschaftliche Studie, geschweige Fachliteratur, so fand die Kunsthistorikerin Nina Schulze, die für das Museum Moyland arbeitet, heraus. Ganz sachlich, aber mit inniger Freude am Durchlichten jener Schattenwelt, vermeldete sie auch jüngste Äußerungen von anscheinend (ein-)sichtbehinderten, ansonsten respektablen Männern, solche wie: "Nur Männer sind fähig zur Kunst." Solches fand die fest mit den Füßen auf dem Boden stehende Referentin beim Suchen in Büchern, im Internet und irgendwie angeblich mit Kunst befassten Texten heraus. Nötig haben Frauen starke Partner. Die Berichterstatterin bat die Kulturbeauftragte der Stadt, Heike Kemper, diesen Text zu beschaffen und vielleicht zu veröffentlichen, denn er sitzt - ganz ohne Häme und Feminismus.

Erster Preis: Das letzte Licht des Sommers in sich saugen, mahnt das zartfarbige Bild von Edith Bein, die in Hünxe lebt. Foto: Armin Fischer

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hob in ihrer Begrüßung Lebens- und Schaffensdaten von Erna Suhrborg hervor. "Ich komme von der Natur her, Malen ist für mich lebensnotwendig" sei deren Seins-Maxime gewesen. Hans-Dieter Suhrborg dankte der Stadt und allen, die mithalfen, den Preis auf den Weg zu bringen.

  • Wesel : Neun Künstlerinnen in Aktion

Renate Quast vom Heimatverein der Herrlichkeit Diersfordt stellte die dritte Preisträgerin, Petra Klein, Moers, vor. Ihr wird eine Ausstellung im Museum und Heimathaus Eiskeller, Diersfordt, ausgerichtet. Reinhard Hoffacker von der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe zeigte sich mit der zweiten Preisträgerin, Claudia Holsteg-Küpper, Wesel, die eine Ausstellung im City-Center bekommt. Edith Bein aus Hünxe gehört der erste Preis und wird ausgestellt im Restaurant ART in Flüren, verkündete Susanne Lemke.

Dritter Preis: Der angesagten digitalen Bearbeitung von Fotos hat sich Petra Klein aus Moers verschieben. Foto: Armin Fischer

Die RP wird weiterhin berichten.

(RP)
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