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Erster Corona-Fall: Wie das EVK nun reagiert

Patient in Wesel : Erster Corona-Fall: Wie das EVK nun reagiert

Ein Intensivpatient wird im EVK Wesel isoliert behandelt. Das Andreas-Vesalius-Gymnasiums bleibt wegen des Verdachtsfalles bis Freitag geschlossen.

Das Coronavirus ist in Wesel angekommen. Im Evangelischen Krankenhaus (EVK) wird ein Patient mit einer bestätigten Infektion behandelt. Geschäftsführer Rainer Rabsahl und führende Mediziner des Hauses erklärten gemeinsam, dass die Person am Dienstagvormittag auf Anforderung des Hausarztes per Rettungsdienst mit Notarzt zur Klinik transportiert und unmittelbar isoliert worden ist. Die Versorgungskette habe lückenlos funktioniert, die Schutzregularien nach Maßgabe des Robert-Koch-Instituts seien befolgt worden. Zum sofort entnommenen Abstrich gab es bereits am Dienstagnachmittag das Ergebnis vom Hygiene-Institut Gelsenkirchen gegeben, berichtete der Ärztliche Direktor Malte Mazuch. Laut Chefarzt Joachim Große (Anästhesiologie und Intensivmedizin) wird die schwer erkrankte Person mit einer Sauerstofftherapie und vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. Angaben zur Person wurden mit Verweis auf den Datenschutz nicht gemacht.

Die Führungskräfte betonten, dass man in enger Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt handele. Vorkehrungen, wie im Akutfall vorzugehen sei, habe das EVK bereits vor Wochen getroffen. Auch tage täglich ein Expertenkreis zu dem Thema. Jetzt, da der Fall 1 Wesel erreicht hat, sind weitere Dinge entschieden worden, um Ausbreitung des Virus einzugrenzen. So sagte die Klinik bis auf weiteres alle öffentlichen Veranstaltungen ab. Dazu zählen unter anderem Vorträge, Gruppentreffen, Kochshows und Gottesdienste.

Außerdem gibt es eine neue Besucherregelung. Pro Tag und Patient soll nach Möglichkeit nur ein Besucher ins Haus kommen. Und zwar in der Zeit von 16 bis 18 Uhr. Ausnahmen davon, so hieß es, müssten vorab vereinbart werden. Ferner sollen Besuche in den angeschlossenen Alten- und Pflegeeinrichtungen verringert werden. Nicht von solchen Einschränkungen betroffen sind die Ambulanzen, die zentrale Notaufnahme, die Praxen im Ärztehaus und das Therapiezentrum. Auch der reine Krankenhausbetrieb geht normal weiter. Operationen, Untersuchungen und Therapien finden nach Plan statt.

Prognosen zur weiteren Entwicklung, etwa zu steigenden Fallzahlen, mochte niemand abgeben. Klar sei jedoch, dass es bei Fall 1 nicht bleiben werde. Mazuch sagte, der Anstieg bestätigter Corona-Fälle in Deutschland beschreibe eine wesentlich flachere Kurve als beispielsweise in Italien.

Das Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG) Wesel bleibt bis Ende der Woche vorsorglich geschlossen. Dies teilte der Kreis Wesel mit. Ursprünglich sollte Mittwoch das Testergebnis für den Verdachtsfall vorliegen. Die steht aber weiterhin aus. In Absprache zwischen der Schulleitung der Stadt und dem Gesundheitsamt bleibt die Schule daher bis einschließlich Freitag, 13. März, geschlossen. Seit Sonntag besteht der begründete Verdacht auf die Infektion einer Lehrperson mit dem Coronavirus. Wie der Kreis weiter mitteilte, ergibt sich die lange Wartezeit aus der derzeit sehr hohen Nachfrage an Corona-Tests in den Laboren.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Kreis Wesel ist auf inzwischen zehn angestiegen. Das hat der Kreis am Mittwochnachmittag mitgeteilt. Am Dienstag waren es drei Personen, die im Kreis Wesel positiv getestet waren. In Moers gibt es vier Fälle, einen mehr als am Vortag. In Wesel gibt es einen Fall, in Hamminkeln ebenso. Dazu gibt es je einen Fall in Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Dinslaken. Bei allen Personen stellen sich die Verläufe bisher als unproblematisch dar.

Die Pressestelle des Kreises geht aufgrund der neuen Dynamik dazu über, aufgrund der hohen Auslastung des Fachdienst Gesundheit die Informationen zu Corona-Fällen in abgewandelter Form herauszugeben. Künftig werden zweimal täglich die neuen Corona-Fälle genannt, jeweils mit Wohnort. Verdachtsfälle würden nicht mit angegeben, erklärte die Kreis-Pressestelle. Nur bei Fällen an Einrichtungen wie Schulen oder Kreisverwaltung würde gesondert informiert.