Wesel: Erste Trägerin des Erna-Suhrborg-Preises gesucht

Wesel: Erste Trägerin des Erna-Suhrborg-Preises gesucht

Ab Sonntag dürfen die Weseler aus zehn Kandidatinnen auswählen, die ihre Werke im Centrum ausstellen werden.

Anfangs lief es schleppend, doch dann kamen die Einsendungen. Und so sahen Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Wesels Erster Beigeordneter Daniel Kunstleben und die Kulturbeauftragte Heike Kemper gestern höchst zufrieden aus.

26 Künstlerinnen aus dem Kreisgebiet haben sich auf die Auslobung des Erna-Suhrborg-Preises gemeldet. Ein schönes Ergebnis. Und, fast noch schöner - es kam nicht nur Masse, sondern auch Klasse. Und so fiel es Kemper und Kunstleben nicht leicht, mit der Künstlerin Gabriele Suhrborg eine erste Auswahl zu treffen. Zehn Künstlerinnen werden in einem Sonderraum des Centrums vorgestellt - jetzt liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern, die beste zu küren. Ab Eröffnung am Sonntag liegen Stimmzettel bereit, am 19. Februar wird feststehen, wer den ersten Erna-Suhrborg-Preis erhält, den die Eheleute Suhrborg mit der Stadt ausgelobt haben.

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Der Preis erinnert an die Künstlerin Erna Suhrborg und versteht sich als Hommage an eine stille Meisterin. Er ist mit 1000 Euro und Ausstellungsmöglichkeiten dotiert - für die noch unbekannten Frauen fast noch wichtiger als Preisgeld. Die Ausschreibung wandte sich ausdrücklich an Autodidaktinnen. "Wir wollten begabten Frauen Mut machen, ihren Weg weiter zu verfolgen", sagte Gabriele Suhrborg.

Wer sich im Sonderraum umsieht, traut das auch den Frauen zu, die hier ausstellen. Hier findet sich abstrakte Malerei (Elke Munse) ebenso wie Fotorealismus von Petra Klein. Claudia Holsteg-Küpper zeigt dagegen eine Stahl-Skulptur, die schon beim Gucken müde Arme macht. Ein dürres Männlein versucht mit aller Kraft, einen Kubus zu stemmen. Abstrakte Malerei, die an chinesische Schriftzeichen erinnert, stellt Antje Paselk vor; Barbara Spickermann-Horn präsentiert drei moderne "Freundinnen": Alle blicken aufs Handy. Renate Scheel bringt eine energiegeladene "Verschmelzung von Kunst und Tanz" auf die Leinwand, Edith Bein das "Ende eines Sommers" in satten grün-gelben Farben. Regine Kielmann präsentiert eine spindeldürre Stahl-"Familie" à la Giacometti. Brigitte Tackenberg-Özek eine freche Akrobatin - eine Frau mit Punkfrisur und Gummi-Beinen. Und Magdalena Graf hat Thyssen-Krupp ein feuriges, dampfendes Denkmal gesetzt.

(kui)
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