1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Erste Corona-Impfungen im Kreis Wesel fanden in Moers statt.

Corona im Kreis Wesel : Erste Impfungen in Moers

Im Seniorenstift Bethanien in Moers wurden am Sonntag gut 180 Bewohner als erste im Kreis Wesel gegen das Coronavirus geimpft. Das Impfgeschehen sei „geordnet und unaufgeregt“ abgelaufen, teilte der Kreis mit.

Am Sonntagmorgen sind die ersten Bürger des Kreises Wesel gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Informationen unserer Redaktion sind 180 Bewohner des Seniorenstifts Bethanien in Moers als erste von einem mobilen Impfteam aufgesucht worden. Die Kassenärztliche Vereinigung bestätigte das. Ab acht Uhr morgens sei ihnen der Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht worden, wie eine Sprecherin des Kreises mitteilte.

Bis Mittags um 12 Uhr sei bereits die Hälfte der Bewohner geimpft worden, im Laufe des Tages waren es dann 180, wie der Kreis sagte. Aus dem gelieferten Impfmaterial, das ursprünglich für 180 Personen vorgesehen war, habe man mehr als 180 Impfdosen herstellen können, so der Kreis. Wie die übrigen Dosen verteilt würden, werde derzeit geplant und organisiert. Für Dienstag rechnet der Kreis mit weiteren 1839 Impfdosen. Eine weitere Lieferung mit der gleichen Anzahl an Dosen ist für den 31. Dezember vorgesehen.

Die Impfungen sind nach Angaben des Kreises Wesel, der die Impfungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung organisiert, „ruhig, geordnet und auch für die Bewohner unaufgeregt“ abgelaufen. Dass bei einer der Impfungen Nebenwirkungen aufgetreten sind, sei dem Kreis nicht bekannt. Die Impfungen führten insgesamt vier Ärzte durch, zwei davon sind beim Moerser Bethanien-Krankenhaus auch für das Seniorenheim zuständig. Im Falle von auftretenden Nebenwirkungen sollen die Bewohner so am besten geschützt sein. In drei Wochen erhalten die Bewohner die zweite Dosis des Corona-Impfstoffs, erst danach gilt der Schutz gegen das Virus als vollständig.

Das Seniorenstift Bethanien ist mit insgesamt 255 Plätzen eines der größten im Kreis Wesel. Auch deswegen sei es für den Start der Impfkampagne ausgewählt worden, wie Michael Weyer, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Wesel (KV), sagte. Der Kreis hatte zuvor mitgeteilt, dass die Pflege- und Seniorenheime nach „logistischen und organisatorischen“ Kriterien priorisiert worden seien. Welche diese Kriterien genau sind, gibt die Kreisverwaltung bislang nicht bekannt. Eine Sprecherin des Kreises sagte am Sonntag, die Moerser Einrichtung habe alle nötigen Vorgaben gemäß der Handreichung des NRW-Gesundheitsministeriums erfüllt. Das gilt nach Angaben von Awo und Caritas auch für andere Einrichtungen im Kreis.

Der Landrat des Kreises Wesel, Ingo Brohl, war laut seiner Sprecherin am Sonntag im Seniorenstift Bethanien vor Ort. Er habe sich im Eingangsbereich der Einrichtung aufgehalten, „um dort im Gespräch mit der Einrichtungsleitung, den Ärzten und Pharmazeuten sowie weiteren Personen einen Eindruck von den ersten Impfungen und weitergehende Erfahrungswerte zu bekommen“. Er habe bewusst auf einen Kontakt zu geimpften Menschen verzichtet.

In welchen Pflege- und Senioreneinrichtungen die nächsten Impfungen stattfinden, ist bislang nicht bekannt. Die nächsten Termine würden derzeit noch organisiert, sagte die Sprecherin des Kreises. Die Kassenärztliche Vereinigung vereinbart die Termine mit den Einrichtungen auf Grundlage einer Prioritätsliste, die der Kreis Wesel erstellt hat.

Bis Mitte Januar sollen die Impfungen in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Kreis Wesel abgeschlossen sein. Dann könnte auch das Impfzentrum – die Niederrheinhalle in Wesel – an den Start gehen. Dort sollen täglich etwa 1500 Menschen mit dem Corona-Impfstoff versorgt werden können. Mitte Dezember hatte Landrat Ingo Brohl das Impfzentrum des Kreises vorgestellt.

Im Kreis gibt es 115 Pflegeeinrichtungen mit 6389 Bewohnern und 6544 Beschäftigten. Um sie zu impfen, sind gut 26.000 Impfdosen erforderlich, weil für eine Impfung mit dem Mittel von Biontech/Pfizer zwei Dosen notwendig sind. Auch Mitarbeiter auf Intensiv- und Covid-19-Stationen stehen oben auf der Prioritätsliste.