Wesel: Erna-Suhrborg-Preisträgerin stellt im Eiskeller aus

Wesel: Erna-Suhrborg-Preisträgerin stellt im Eiskeller aus

Petra Kleins Fotos sind bis 30. April zu sehen.

Ihren Arbeiten gehöre die ganze Aufmerksamkeit, sagte Carla Gottwein über die Fotos von Petra Klein. Die Autodidaktin aus Moers stellt als Drittplatzierte des Erna-Suhrborg-Preises seit gestern im Museum und Heimathaus Eiskeller am Schloss Diersfordt aus. Viele lobende Worte hörten die Geehrte und das kleine, aber aufmerksame Publikum der Ausstellungseröffnung.

Den Anfang machte Renate Quast, die sich im Heimatverein um kulturelle Themen kümmert. In dieser Form sei die Ausstellung für den Verein neu, sagte sie. Heike Kemper, Kulturbeauftragte der Stadt Wesel, betonte, dass sich die Siegerinnen ohne Kunststudium einen Namen gemacht hätten. Das ist eine Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb, der sich an Frauen richtet. Ruth Freßmann, stellvertretende Bürgermeisterin, erinnerte an die Namensgeberin des Preises und ihr Werk. "Ihre Kunst lebt durch den Preis weiter", sagte sie und dankte Renate Quast dafür, dass sie die Ausstellung mit der ihr bis dahin unbekannten Fotografin möglich machte.

Gottwein betonte in ihrer Laudatio, Petra Klein habe mit ihren verfremdeten Arbeiten die "Jury gleichermaßen angesprochen und überzeugt". Die Fotografie sei "Zeichnen mit Licht" und ein junges Medium. Diese inzwischen anerkannte Kunstform sei keine Konkurrenz, sondern eine Erweiterung gegenüber anderen Genres. Das gelte auch angesichts der "Demokratisierung" der Fotografie. "Streetart hat die Künstlerin begeistert", sagte Gottwein über Klein. Sie zeige keine thematische Ausstellung, der Betrachter solle alle Facetten ihrer Arbeit kennen lernen. "Wo andere Zuschauer sind, schaut sie hin", betonte die Laudatorin. Ihr Werk beweise permanente Aufmerksamkeit. Klein setze auf Effekte, betreibe "aber keine Effekthascherei". Das Bearbeiten der Fotos am Rechner mache so viel Spaß wie das Fotografieren selbst, zitierte sie die Preisträgerin. Und ergänzte: Meist lasse sie ihre Aufnahmen auf Leinwand drucken.

  • Weseler FDP-Mann : Abgeordneter bringt Weseler Erde zum Reichstag in Berlin

"Die Auswahl ist riesig", sagte die Preisträgerin, seit 2013 freischaffende Künstlerin, über ihren Foto-Fundus. Sie habe einen Speicher voller Bilder "und es kommen immer neue dazu". Insofern könne sie im Museum nur einen kleinen Ausschnitt ihrer Fotos zeigen. "Das Verfremden, das ist mein Ding", sagte sie über das digitale Bearbeiten der Aufnahmen. "Das Malen am PC begeistert mich." Ihre Arbeiten wirken eher wie Malerei denn als Foto. Dass sie auch das Ernste des Fachs berücksichtigt, zeigt die Arbeit "anno 2016": In einer düsteren Collage hat Petra Klein Probleme des Jahres eingefangen.

Die Ausstellung ist bis 30. April, sonntags von 11 bis 17 Uhr, im Museum und Heimathaus Eiskeller zu sehen. Der Heimatverein bietet Sondertermine nach Absprache an.

(rtl)
Mehr von RP ONLINE