Wesel: Erfolg mit hochwertiger Damenmode

Wesel: Erfolg mit hochwertiger Damenmode

Inhabergeführtes Fachgeschäft Kubatta an der Brückstraße feiert in diesen Tagen 75-jähriges Bestehen.

Wenn Mathilde Kettelhack sagt, dass der Kunde bei ihr nicht König, sondern Freund sei, dann ist man gerne bereit, ihr das zu glauben. Tatsächlich herrscht in ihrem Modehaus Kubatta an der Brückstraße eine ganz besondere, eine sehr persönliche Atmosphäre. Und nicht nur in diesen Tagen, in denen das Unternehmen 75-jähriges Bestehen feiert.

"Wir können nur durch individuelle Beratung und ausgesuchte, hochwertige Mode im Markt bestehen", weiß Mathilde Kettelhack, die täglich mittags vom Haupthaus in Borken in die Weseler Zweigstelle fährt, um ab 13 Uhr hier für ihre zahlreichen Stammkundinnen dazusein. Zur Seite steht ihr dabei ein fünfköpfiges Team, zu dem auch ihr Mann Peter Kettelhack gehört. Der studierte Wirtschaftsexperte arbeitet allerdings eher im Hintergrund. Wie seine Frau, so ist auch er vom Einzelhandelsstandort Wesel angetan. "Die Fußgängerzone ist wirklich schön geworden. Und ich bin überzeugt, dass die Brückstraße zwischen Leyensplatz und Großem Markt mit ihren vielen inhabergeführten Fachgeschäften das Potenzial hat, zu einer 1a-Lage zu werden." Diese Ansicht teilt auch seine Frau, die zu den Gründungsmitgliedern der Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Domviertel gehört. "Was uns hier noch fehlt, ist ein schönes Café. Wir sind aber hoffnungsfroh, dass die Verbands-Sparkasse dafür sorgt, dass das ehemalige Dom-Café zu einem neuen, schönen Lokal umgebaut wird." Und sie hat noch einen Wunsch: "Der verkaufsoffene Sonntag sollte zusammen mit dem Adventsmarkt der Vereine am Dom stattfinden. Das wäre für die Stadt und den Handel sicher ein Gewinn."

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Ein Blick in die Firmenchronik verrät, dass Kubatta zwar schon seit den 50er Jahren in Wesel ist, die Wurzeln aber in Oberschlesien liegen. Dort hatten 1938 Mathilde Kettelhacks ersten Schwiegereltern Josefine und Johannes Kubatta in Ratibor ein Textilunternehmen gegründet. 1944 mussten sie mit ihrem vier Jahre alten Sohn Hans die Heimat verlassen, um in den Westen zu fliehen. Nach Zwischenstationen erreichten sie Coesfeld, um dort die Firma "J. Kubatta Wäschefabrikation" aus der Taufe zu heben. 1952 wurde die Produktion nach Borken verlegt. Von dort expandierte die Firma, eröffnete Geschäfte in Homberg, Kamp-Lintfort, Rheinhausen, Dinslaken, Bocholt und Wesel. Ende der 60er Jahre – Sohn Hans, der 1990 verstorben ist, hatte die Firma übernommen – wurde die Produktion eingestellt, so dass man sich auf den Verkauf von Damenoberbekleidung konzentrierte. Mitte der 70er Jahre beschloss die Familie, nur noch die beiden Geschäfte in Borken und Wesel zu betreiben.

(RP)
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