Hamminkeln: Englisch: „Wir haben’s drauf“

Hamminkeln: Englisch: „Wir haben’s drauf“

Heinrich-Meyers-Realschule: Anerkennung des Landes für guten Fremdsprachenunterricht. Im Kreis Wesel ist die Schule auch in Deutsch und Mathematik dank konzeptioneller Arbeit an der Spitze. Wie es gelang – Spurensuche.

Für Englisch-Lehrerin Mechthild Werner kam das Lob von höchster Stelle zwar überraschend. Doch gewundert hat’s sie eigentlich nicht. „Wir wussten, dass wir’s drauf haben“, sagt die Vorsitzende der Fachkonferenz Englisch selbstbewusst. „Es ist aber schön, dass unsere Arbeit jetzt Anerkennung gefunden hat.“ Die Jahrgangsstufe 9 der Heinrich-Meyers-Realschule hat’s bei den Lernstandserhebungen im Fach Englisch wie berichtet ganz an die Spitze geschafft und ist von Schulministerin Bärbel Sommer (CDU) mit einer Urkunde für „hervorragende Leistungen“ ausgezeichnet worden.

„Ich hätte damit eher für das Fach Mathematik gerechnet“, sagt Realschulrektor Manfred Niespor, der den Engländern ihren Erfolg neidlos überlässt. Schließlich sieht er die Früchte der konzeptionellen Arbeit an der Schule bestätigt. Als Beleg zeigt er das Ergebnis-Diagramm der zwölf Realschulen im Kreis Wesel. Da ist die Meyers-Realschule nicht nur in Englisch, sondern auch in Deutsch und Mathe absolut top.

Schuluniformen-Test positiv

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„Wir haben uns sehr gefreut“, sagt Mechthild Werner. Auch sie sieht den Erfolg der Neuner als Ergebnis sehr gezielter, konzeptioneller Arbeit von Klasse fünf an. Schon in der Unterstufe werde projektorientiert gearbeitet. Wie beim „English morning“, wo von der ersten bis zur sechsten Stunde der „British way of life“ mit allen Sinnen erprobt werde. Das fängt beim Frühstück an, das Eltern zubereiten: mit Sandwiches, Rührei, aber ohne Speck. „Weil der zu salzig wäre für den Geschmack der Kinder.“ Die Schüler hätten Schuluniform getragen. Das Urteil fiel positiv aus. Nur zwei Jungs hätten sich „unfrei“ gefühlt.

Im Unterricht sind häufig zwei Lehrer dabei. „Team-Teaching“ sichert gezielte individuelle Förderung. Davon profitieren die Schwachen. Aber auch die Begabten werden gefördert. Ebenso habe sich das Fachraum-Prinzip bewährt, so die Sprachpädagogin. Der komplette Englisch-Unterricht finde auf einem Gang statt. Wer aus der Tür tritt, befindet sich im englischen Sprachraum. Unterrichtet wird nur im Doppel-Stunden-Takt. „Ein großer Vorteil“, sagt Niespor.

Letztlich seien’s viele Mosaiksteinchen, die den Erfolg ausmachen. Moderne Methoden, „aber auch alte wie Auswendiglernen“, so Werner. Freies Sprechen sei von zentraler Bedeutung, „gerade für die, die sich nicht so trauen“. Dazu aber braucht’s das Rüstzeug. Möglichst nichts werde dem Zufall überlassen. An die konzeptionellen Vorgaben sind nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer gebunden. In einer Jahrgangsstufe wird in jedem Fach parallel unterrichtet. So wird sichergestellt, dass jede Klasse auf dem gleichen Stand ist. Damit, so Niespor, habe seine Schule seit Gründung vor elf Jahren den Weg beschritten, der nun von oben vorgezeichnet werde. Ganz entscheidend sei, dass in den Klassen wie im Kollegium „ein Klima der Wertschätzung und des Vertrauens“ herrsche.

(RP)
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