Kreis Wesel: Energieberatung verbessert Klimabilanz

Kreis Wesel : Energieberatung verbessert Klimabilanz

Kreis, Kommunen und Verbraucherzentrale wollen Hausbesitzern Sicherheit bei energetischen Sanierungen bieten.

Wie kann ich mein Haus energiesparend und damit klimafreundlich sanieren? Viele Menschen sind unsicher, wie eine energetische Sanierung sinnvoll machbar ist. Der Kreis Wesel bietet jetzt in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW und den Städten ein neutrales Energieberatungsangebot für Privathaushalte an: Elf Kommunen haben das Klimabündnis unterzeichnet, Land und EU haben Geld zugeschossen, Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski, der die Federführung hatte, das Projekt angeschoben. Ergebnis: Eigenheimbesitzer in Wesel, Alpen, Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Yluyn, Moers, Sonsbeck, Voerde und Xanten können sich nun Rat vom Fachmann holen.

Akke Wilmes, Energieberater der Verbraucherzentrale, und seine Kollegen stehen in den Rathäusern nach Terminabsprache zur Verfügung. Diese Beratung ist kostenlos. Darüber hinaus gibt es dann die Möglichkeit, die Berater zuhause zu empfangen und passend auf die Gebäude zugeschnittene Tipps zu den unterschiedlichsten Themen - Schimmelbildung beispielsweise, die Heizungsart, Solarenergie und anderes - zu erhalten. Dieser Service kostet je nach Thema bis zu 60 Euro.

Landrat Dr. Ansgar Müller sieht Effekte fürs Klima und für die Wirtschaft: Pro Jahr investieren Privathaushalte im Kreis im Schnitt rund 2,4 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Häuser und sparen dadurch 435. 000 Kilogramm CO2 ein, 700. 000 Euro davon (90.000 Kilo) seien direkte Folge einer Energieberatung. "Das macht zehn bis zwölf Handwerkerstellen aus", so Dr. Müller. 40 Prozent des Energieverbrauchs gehen auf das Konto Privater, so Hamminkelns Bürgermeister Romanski. Viele seien bereit, etwas zu tun. Zwar sei die Suche nach Sponsoren für dieses Angebot gescheitert, man habe am Ende aber dennoch elf Kommunen im Boot. Heike Hirschmann von der Verbraucherzentrale formulierte das Ziel: "Wir wollen Verbraucher auf Augenhöhe bringen." Sie in die Lage versetzen, mit den Handwerkern so zu verhandeln, dass das Ergebnis fachlich passt. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Meesters, umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion, zeigte sich erfreut: Im Land könne man nur die Voraussetzungen schaffen, "umsetzen können wir das jetzt vor Ort mit der Verbraucherzentrale als Partner".

Die neue Energieberatung soll kürzere Wege als bislang bieten: Der Termin kann im Rathaus der jeweiligen Gemeinde stattfinden, zu vereinbaren unter Tel. 0211 33 99 65 56.

(sz)