Wesel Eltern bangen um Platz in Gesamtschule

Wesel · Vor allem Erziehungsberechtigte von Kindern mit Hauptschulempfehlung machen sich Sorgen, dass ihr Kind keinen Platz an der Gesamtschule bekommt. Stadt versichert: "Es gibt genügend Plätze in der Gesamt- oder Duden-Realschule".

 Weil die bis spätestens 2022 auslaufende Martini-Hauptschule keine Kinder mehr aufnimmt, hoffen Viertklässler-Eltern, dass ihr Kind einen Platz in der Gesamtschule bekommt, die von Dirk Timmermann (r.) geleitet wird.

Weil die bis spätestens 2022 auslaufende Martini-Hauptschule keine Kinder mehr aufnimmt, hoffen Viertklässler-Eltern, dass ihr Kind einen Platz in der Gesamtschule bekommt, die von Dirk Timmermann (r.) geleitet wird.

Foto: NiKolei

In knapp einer Woche müssen Eltern von Viertklässlern ihren Nachwuchs an einer weiterführenden Schule anmelden (siehe Infobox). Vor allem die Erziehungsberechtigten, deren Kind eine Empfehlung für die Hauptschule hat, machen sich zum Teil große Sorgen. Denn bislang hat ihnen noch niemand eine Garantie gegeben, dass ihr Kind auch wirklich an der Gesamtschule am Lauerhaas aufgenommen wird. Die Verunsicherung ist so groß, dass der eine oder andere gar fürchtet, dass sein Kind am Ende womöglich in eine andere Stadt fahren muss, weil die Weseler Hauptschule bekanntlich ausläuft.

Doch diese Angst ist völlig unbegründet - sagt jedenfalls Ila Brix-Leusmann von der Schulverwaltung. "Es gibt für jeden Viertklässler einen Platz in Wesel", versichert die Fachbereichsleiterin. Nicht zuletzt, weil es in diesem Jahr weniger Grundschul-Absolventen gibt als 2016. "Und schon damals konnten alle Kinder zu ihrer Wunschschule gehen", sagt Brix-Leusmann.

Doch eine Garantie, dass wirklich jedes Kind mit Hauptschulempfehlung einen Platz in der Gesamtschule bekommt, ist das nicht. Denn Schulleiter Dirk Timmermann hat im Sommer 227 Plätze in den acht fünften Klassen zu vergeben. "Wenn es 227 oder auch weniger sind, dann werden wir sie natürlich alle aufnehmen", sagt Timmermann. Sollte es aber mehr Bewerber geben, wird nach einem festgelegten Berechnungsschlüssel für jeden Schüler eine Note errechnet. Die Namen der Kinder kommen in zwei Töpfe - dann wird gezogen. Kinder, die am Ende womöglich übrig bleiben, könnten dann zur Konrad-Duden-Realschule gehen, die maximal 90 Kindern aufnehmen kann.

Dass also auch Kinder mit Hauptschulempfehlung von der Realschule aufgenommen werden müssen, bestätigt auch Ila Brix-Leusmann: "Denn die Empfehlung der Grundschule ist nicht bindend, der Wille der Eltern zählt." Und sollten die Kinder Probleme bekommen, weil sie den Anforderungen nicht gewachsen sind, werden sie an der Realschule ihren Hauptschulabschluss machen können. "Es gibt", sagt Ila Brix-Leusmann, "einen Ratsbeschluss, dass ein Bildungsgang nach Paragraf 132 c installiert wird." Sobald das nötige Konzept der Schulleitung vorliege, werde die Stadt einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung stellen.

(RP)