Duisburg/Schermbeck: Elfeinhalb Jahre Haft für Messerstecher

Duisburg/Schermbeck : Elfeinhalb Jahre Haft für Messerstecher

Am Montag ist ein Mann aus Guinea, der im Juli 2010 in Schermbeck seine Ex-Freundin erstochen hatte, zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Bei einem der Stiche war das Messer in der Wunde umgedreht worden: "Brutal" hieß es in der Urteilsbegründung.

Der abgelehnte Asylbewerber hatte im Sommer 2010 in Schermbeck seine Freundin Jessica Awara mit vier Stichen in den Hals umgebracht. Anschließend wischte er die Tatwaffe ab und legte sie in die Besteckschublade.

Nach der Bluttat war der Angeklagte nach Norwegen geflohen und dort bei der Einreise festgenommen worden. Die wahre Identität des Mannes ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sein Alter hatte er zunächst mit 16, dann mit 20 Jahren angegeben.

Nach mehreren medizinischen Gutachten steht inzwischen jedoch fest, dass der Angeklagte mindestens 26, vielleicht sogar schon über 30 Jahre alt ist. Im Prozess war außerdem von mehreren Alias-Namen die Rede. Vor der Bluttat hatte sich der Schwarzafrikaner im Keller des späteren Opfers versteckt, um seine Abschiebung zu verhindern.

Der Angeklagte hatte die Tat bis zuletzt bestritten. Die Verurteilung beruht auf einer Indizienkette. Unter anderen hatte die Polizei ein Handy des Angeklagten vom Schermbeck bis nach Skandinavien verfolgen können.

Außerdem müsse der Täter Insiderwissen gehabt haben. "Alle Spuren weisen auf den Angeklagten hin", hieß es im Urteil. "Das Beweismaterial ist erdrückend." Das Motiv für die grausame Bluttat war offenbar ein Beziehungsstreit. Das Urteil lautet auf Totschlag. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft beantragt, die Verteidigung einen Freispruch gefordert.

(lnw)
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