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Eintritt zum Auesee in Wesel: Zaun wird abgelehnt, aber Ordnung gewünscht

Diskussion um Eintritt in Wesel : Auesee-Zaun abgelehnt, Ordnung gewünscht

Eine Diskussion um Eintrittsgeld am Strand des Auesees in Wesel ist entbrannt, nachdem sich Bundestagsabgeordneter Bernd Reuther (FDP) dafür ausgesprochen hatte. Intelligente Lösungen gegen Chaos sind gefragt.

Eine Diskussion über den Umgang mit dem Auesee hält Ludger Hovest für richtig, einen Zaun lehnt er aber ab. Das sei ja „grauenhaft“. Dies teilte der SPD-Fraktionsvorsitzende am Mittwoch als Reaktion auf den Vorschlag von Bernd Reuther (FDP) mit, Eintritt zu nehmen und so die negativen Begleiterscheinungen von Besuchermassen in den Griff zu bekommen. Gleichwohl untermauert Hovest, dass Ordnung und Sauberkeit rund um den Badesee sein und auch durchgesetzt werden müssen. Aktuell, so Hovest weiter, sei er sehr zufrieden mit den jüngsten Schritten der Stadtverwaltung. Für die Zukunft sei mit Polizei, Ordnungsamt, Bio-Station, Rangern, Naturschutzbund und Kreis Wesel sicher noch mehr zu erreichen.

Eine Einzäunung des Geländes komme aber für die SPD nicht in Frage, sagt Hovest: „Wir sollten uns nicht die eigenen Highlights kaputt machen.“ So ein Zaun müsse ja bestimmt zehn Kilometer lang sein. Er wolle sich gar nicht vorstellen, wie viele Kassenhäuschen nötig seien.

Ähnlich sieht es der Nachwuchs der Genossen. Maksim Bondarenko, Vorsitzender der Jusos Wesel, kritisiert die Forderung Reuthers. „Menschen, die weniger Geld in der Tasche haben, werden durch Eintrittsgeld ausgegrenzt“, sagt Bondarenko. Man werde keine Stacheldrahtzäune am Auesee errichten. Der Bereich solle positiv weiterentwickelt werden, etwa mit einer Trendsportanlage.

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Auch Sebastian Hense, Bürgermeisterkandidat der CDU, spricht sich gegen eine Sperrung des Auesees aus. Ein Zaun könne gar nicht funktionieren, sei überdies „nicht vorstellbar“. Auch könnten keine einzelnen Bereiche abgetrennt werden, weil Besucher dann an andere Stellen ausweichen würden. Der See müsse frei zugänglich bleiben „für alle, die sich benehmen können“. Allerdings müsse an „intelligenten Lösungen“ des Ordnungsproblems gearbeitet werden. Dafür müsse man sich in Ruhe an einen Tisch setzen.

Peter Malzbender, Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes, bezeichnet die Umstände, die zu Reuthers Vorschlag führten, als „vollkommen klar“. Er appelliert jedoch daran, an jene zu denken, die nicht genug Geld für Eintritt hätten. Vor allem für Kinder müsse es eine Regelung geben. Da müsse man etwas hinbekommen, sagt Malzbender, dem es parallel vorm Verwaltungsaufwand graust.

Die wenigen Ranger im Kreis Wesel hält der Nabu-Chef übrigens für „eine Witznummer“. Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Wesel sei das ganze Wochenende nicht zu erreichen. Es müsse in viel mehr Personal mit Durchsetzungskraft investiert werden. Nicht nur am Auesee. Malzbender verweist auf viele Stellen in Schutzgebieten, an Seen und auch am Rheinufer, wo alle möglichen Leute ihren Freizeit-Müll hinterlassen. „Die Polizei muss die da rausholen und sofort Strafzettel verteilen“, sagt er und kritisiert die Schließung der Wache der Wasserschutzpolizei in Wesel, deren Kräfte vom Wasser aus früher schnell gegen Frevler vorgehen konnten. Die Bevölkerung sei aufgerufen, Vorfälle zu melden. Wer nicht die Polizei anrufen wolle, könne sich gern bei ihm melden unter 0157 72150372.