Einmalig in NRW: Wesel kauft als erste Stadt System, das Abbiegeunfälle verhindern soll

Einmalig in NRW : Neue Anlage in Wesel warnt Lkw vor Radfahrern

Als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen hat sich die Kreisstadt Wesel dafür entschieden, eine so genannte Bike-flash-Anlage zu installieren, die Lkw- und Autofahrer einerseits und Radfahrer andererseits an gefährlichen Kreuzungen vor Gefahren warnt.

Bei einem schweren Verkehrsunfall im Sommer 2018 kam in Wesel an einer viel befahrenen Straße eine Radfahrerin  ums Leben. Ein Lkw-Fahrer hatte die Frau beim Rechtsabbiegen übersehen. Wenige Monate zuvor war es an einer viel befahrenen Kreuzung zu einem ähnlichen Unfall gekommen, bei dem ein Radfahrer schwer verletzt wurde. Damit sich solche Tragödien möglichst nie wieder ereignen, hat die Politik der Stadt nun eine Entscheidung getroffen, die das Radfahren in Wesel  sicherer machen soll. Als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen und als zweite Stadt bundesweit wird eine so geannte Bike-flash-Anlage an der Kreuzung installiert, an der der Radfahrer gegen einen Lkw geprallt war.

Hersteller der Anlage ist die Firma MRS Mobile Road Saftey aus Husum in Schleswig-Holstein. Ein Mitarbeiter aus dem Weseler Rathaus hatte 2018 einen Bericht über MRS gesehen und Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen. Zuvor hatte die SPD in einem Schreiben an die Bürgermeisterin auf das Problem der Abbiegeunfälle aufmerksam gemacht.  Bei einem Ortstermin mit Vertretern von Politik, Verwaltung und Polizei stellte MRS die Anlage  vor. Mittlerweile hat die Politik grünes Licht für den Kauf des Systems gegeben, das rund 22.000 Euro kostet.

Und so funktioniert Bike flash: Nähert sich ein Radler oder ein Fußgänger der Anlage, wird er von einer Wärmebildkamera erkannt. Ein Sensor setzt automatisch vier in unterschiedlichen Höhen befestigte LED-Lichtbögen in Betrieb. Ein Blinklicht weist das rechts abbiegende Fahrzeug auf den Radfahrer im „toten Winkel“ hin. Gleichzeitig wird auf einem kleinen Monitor der Radfahrer vor dem Rechtsabbieger gewarnt. „Unser System ist allerdings keine amtlicher Warnhinweis“, erklärt MRS. „Es befreit den Verkehrsteilnehmer auch nicht von seiner Sorgfaltspflicht laut Straßenverkehrsordnung.“ Sprich: Zu jeder Zeit ist mit dem Fehlverhalten anderer zu rechnen. Das Unternehmen glaubt, dass alle so für die Tote-Winkel-Problematik sensibilisiert werden. „Das ist ähnlich bei Geschwindigkeitssystemen, die einem in Tempo-30-Zonen mitteilen, wie schnell man unterwegs ist.“ Sie stünden auch nicht überall, machten aber aufs Thema aufmerksam.

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