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Eine Demokratin ist neue Bürgermeisterin der US-Partnerstadt von Wesel

Wesels amerikanische Partnerstadt : Eine Demokratin ist neue Bürgermeisterin von Hagerstown

In Wesels amerikanischer Partnerstadt Hagerstown hat eine Demokratin das Rennen um das Bürgermeisteramt gemacht. Bislang hatte ein Republikaner die Geschicke der Stadt geleitet. sischer

Wenn die Welt bei einer Präsidentenwahl auf die USA schaut, dann schaut Wesel immer auch auf Hagerstown. Denn parallel wird traditionell in der Partnerstadt ein neuer Bürgermeister ermittelt. Und das geht auch schneller und reibungsloser als auf der großen Ebene. Gemacht hat das Rennen in Hagerstown Emily Keller (34), die den Demokraten angehört. Dies teilte am Freitag Richard Wolsing von der Partnerschaftsvereinigung Wesel-Hagerstown mit, der mit Connie Lenhart vom Pendant in Hagerstown in Kontakt steht. Keller setzte sich gegen Andi Overton und Michael E. Barnes durch und löst den Republikaner Bob Bruchey auf dem Chefsessel ab. Wolsing hat Keller am Freitag per Mail gratuliert. Sie bedankte sich prompt mit der Hoffnung, sich zu treffen.

Wesel ist seit 1952 mit Hagerstown im US-Bundesstaat Maryland offiziell verbunden. Es ist einer der ältesten Partnerschaften zwischen deutschen und US-amerikanischen Städten. Regelmäßig finden Austausch und Besuche statt. Die schleppende Auszählung und deren Begleiterscheinungen bei der Präsidentenwahl verfolgt Wolsing unaufgeregt. Alles laufe auf Klagen des Trump-Lagers hinaus, weshalb es Wochen bis zur Klarheit über den Ausgang dauern könne. Man müsse Ruhe bewahren, sagte Wolsing. Und: „Manchmal muss man mit schlimmen Sachen leben.“

Der Europaabgeordnete der Region, Stefan Berger, blickt unterdessen besorgt auf die Vorkommnisse in den USA nach der Präsidentschaftswahl. Der CDU-Politiker sagte unserer Redaktion: „Besorgniserregend sind Donald Trumps Wahlbetrugsvorwürfe und seine Forderung nach einem Auszählungsstopp der Stimmen.“ Demokratien müssten künftig robuster gegenüber derartigen Angriffen werden. Das könne etwa mit Blockchain-Wahlen geschehen. „Politische Wahlen auf Basis der Blockchain-Technologie könnten Wählern eine sichere Stimme geben und alle Zweifel im Keim ersticken“, sagte Berger.

Mit Blick auf das europäisch-amerikanische Verhältnis sagte Berger, dass dieses während der Amtszeit von Donald Trump „nicht einfacher“ geworden sei. „Europa liegt jedoch auch in der Verantwortung, aus dem Schatten der USA zu treten und künftig seinen eigenen Platz in der Welt zu definieren“, sagte Berger. Dazu gehöre es, die europäische Sicherheits-, Verteidigungs- und Außenpolitik zu intensivieren.

(fws/her)