Wesel: Ein Hauch von Meer am Niederrhein

Wesel: Ein Hauch von Meer am Niederrhein

Der Schiffermast an der Mündung des Wesel-Datteln-Kanals in Emmelsum ist ein schönes Ausflugsziel. Seit mehr als 45 Jahren wird hier zum Vatertag gefeiert, auch wenn mittlerweile eher Familien kommen.

Wer Sehnsucht nach dem Meer verspürt, der wird dabei nicht unbedingt an den Niederrhein denken. Wem der Weg an die See zu weit ist, wird allerdings auch hier fündig. Genauer gesagt in Emmelsum, wo zwischen Hafenbecken, Wesel-Datteln-Kanal und Rhein auf einer Landzunge der Schiffermast Emmelsum steht.

Am 22 Meter hohen Mast, der ein wenig aussieht, als hätte man ihn direkt von einem Segelschiff hierher verfrachtet, wehen Fahnen im Wind. "Wenn hier gefeiert wird, werden noch mehr Flaggen gehisst", erklärt Achim Ridderskamp.

Der 54-Jährige kümmert sich um die Feier, die hier traditionell zum Vatertag stattfindet. "Diese Feier gibt es schon sehr mehr als 45 Jahren. Früher hat das hier der Schifferverein Rhein-Lippe-Kanal Emmelsum organisiert", erzählt Ridderskamp. Der Verein, der 1958 gegründet wurde, ließ 1965 auch den Schiffermast zwischen Rhein und Kanal aufstellen und kümmerte sich um das Wahrzeichen in Emmelsum.

"Lange Zeit hat hier Gustav Pooth, der mittlerweile verstorben ist, dafür gesorgt, dass alles weitergeht", erzählt Ridderskamp. Mittlerweile kümmert er sich mit Mitgliedern des Bürgerschützenvereins Spellen 1451 aus dem Nachbardorf um die Feier am Schiffermast und schaut auch sonst immer wieder mal nach dem Rechten. "Von den Mitgliedern des Schiffervereins sind nur noch einige ältere Veteranen übrig", sagt er.

Allerdings sind auch die ansässigen Firmen am Emmelsumer Hafen bemüht, das Wahrzeichen zu erhalten. "Man war dem Standort und den Feierlichkeiten hier immer wohlgesonnen und ohne Unterstützung wäre das auch nicht machbar", sagt Achim Ridderskamp.

Der Platz mit dem Mast, an dem die bunten Flaggen wehen, hat auch an anderen Tagen des Jahres etwas zu bieten. Hier herrscht nicht nur maritimes Flair - dafür sorgen untere anderem eine Ankerwinde, ein Anker mit dem Schriftzug "Titanic" und eine Schiffsschraube - es gibt auch viel zu beobachten. Von der Landzunge aus hat man einen großartigen Blick auf die Schiffe, die auf dem nahen Rhein vorbeifahren, auch auf die mächtige Rheinbrücke in Wesel.

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Man kann in das Becken des Ölhafens schauen oder beobachten, wie Lastkähne die Friedrichsfelder Schleuse durchfahren. "Mir fällt in der Umgebung kein Platz ein, an dem man so viel zu sehen bekommt, wie hier", sagt Achim Ridderskamp. Da der Schiffermast am Ende eines Weges steht, der nur für Fußgänger und Radfahrer passierbar ist, findet man hier auch Ruhe. Kein Autolärm stört die Idylle.

"Bei sonnigem Wetter kann man sich an Tische setzen, etwas trinken und entspannen", sagt Achim Ridderskamp und warnt: "Bei Wind weht hier allerdings eine steife Brise." Der Schiffermast ist ein Platz für jedermann, erzählt der Heimatfreund. Viele Menschen aus der Umgebung wissen das zu schätzen. Sie gehen hier mit ihren Hunden spazieren, Radfahrer legen gern eine Rast ein.

Autofahrer parken ihren Wagen an der Schleuse und gehen zu Fuß bis zur Spitze der Landzunge. Zur jährlichen Vatertagsfeier kommen häufig auch Menschen von außerhalb her, nicht selten sind es Besucher von der anderen Rheinseite.

Mittlerweile sind auch für Feierlichkeiten nutzbare Wasser- und Stromanschlüsse am Schiffermast verbaut, und so haben schon einige Feste rund um den Mast stattgefunden. Der Radiosender WDR4 übertrug von hier ein Hafenkonzert mit Schlagerklängen. Und Achim Ridderskamp plant hier für Ende Juni eine Veranstaltung mit der Partyband Soundtrack. "Der Vorteil an der Örtlichkeit ist, dass man abends so schnell keinen stört." Und natürlich stört auch so schnell niemand die Ruhe hier.

So können Besucher ganz entspannt den Blick in die Ferne schweifen lassen, über den Rhein hinweg und einfach die Schönheit der Landschaft genießen.

(RP)