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Unsere Woche: Ein Dorf macht Schule

Unsere Woche : Ein Dorf macht Schule

Gedankenloses Verhalten von Mitbürgern im Umgang mit Allgemeineigentum, überzogene politische Kritik an der Gemeindeprüfungsanstalt und ähnliche Ärgernisse haben uns in den letzten Wochen an dieser Stelle beschäftigt. Da ist es doch mal an der Zeit, positive Entwicklungen zu beleuchten. Da gibt es nämlich auch ganz viele. Ein besonders schönes Beispiel ist das, was gerade im kleinen Ginderich passiert. "Ein Dorf macht Schule ... und alle machen mit" heißt es treffend auf dem Flyer, mit dem der frisch gegründete Verein ans Mitwirken appelliert. Dieser Ruf dürfte nicht ungehört bleiben. In Ginderich ist es Tradition, die Interessen von Alt und Jung gemeinsam zu vertreten und zum Gelingen von Projekten beizutragen. Erinnert sei nur an die legendären Open-Air-Festivals der 80er und 90er Jahre. Oder an UNO, die Sammelaktion für "unsere neue Orgel". Was jetzt kommt, ist noch eine Nummer wichtiger. Mit der Übernahme der Dorfschule, deren Herrichtung und der Umsetzung des Nutzungskonzepts schafft sich das Dorf ein Stück Zukunft. Einen Treffpunkt für alle.

Das ist schön, hat aber traurige Gründe. Wenn Schulen zusammengelegt werden müssen, leidet der Standort, der aufgeben wird. Wenn große Landgasthöfe nicht mehr weitergeführt werden, fehlt ein Raum für Veranstaltungen. Wenn Nahversorger sich zurückziehen ...

Der Verein Dorfschule Ginderich steuert gegen, will schlicht zum Leben einer Gemeinschaft beitragen. Mit einem modernen, aber auch nachhaltigen Konzept. Es hat das Zeug zur Blau- pause für ähnliche Entwicklungen in anderen Weseler Ortsteilen.

fritz.schubert@rheinische-post.de

(RP)