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Wesel: Ein alter Brauch lebt

Wesel : Ein alter Brauch lebt

Viele engagieren sich beim Erntedankfest, um das Bewusstsein dafür zu erhalten, dass Nahrungsmittel einen fundamentalen Wert haben. Der Heimatverein Obrighoven legt sich da ganz besonders ins Zeug.

Beim hektischen Einkauf im Supermarkt greift man selbstverständlich in die Regale. Zum Frühstück gibt es frisches Vollkornbrot mit Schinken und einem knackigen Apfel. Dies alles geschieht meist ohne Nachdenken und Hinterfragen. Lebensmittel sind Konsumgüter, die aus unserem Alttag nicht mehr wegzudenken sind. Dennoch machen sich viele kaum Gedanken, woher Lebensmittel kommen und unter welchen Umständen sie produziert werden. Das Erntedankfest, das an diesem Wochenende in der Region wieder allerorten gefeiert wurde, setzt hier ein Gegengewicht. Der Heimatverein Obrighoven geht hier mit einem eindrucksvollen Beispiel voran.

 Veronika Seggewiß, Rentnerin aus Rhede im westlichen Münsterland: „Erntedank bedeutet für mich, dass sich Christen verschiedener Glaubensgemeinschaften zusammenfinden und gemeinsam für die Gaben danken."
Veronika Seggewiß, Rentnerin aus Rhede im westlichen Münsterland: „Erntedank bedeutet für mich, dass sich Christen verschiedener Glaubensgemeinschaften zusammenfinden und gemeinsam für die Gaben danken." Foto: Malz, Ekkehart

Wochenlang hat man sich aufs Fest vorbereitet. Erntegarben wurden zusammengebunden und Kränze hergestellt. Der Tag begann mit dem Aufrichten des großen Erntekranzes im Park der Senioreneinrichtung "Haus Kiek in den Busch". Der ökumenische Gottesdienst in der Reithalle St. Hubertus war ein zentraler Punkt des Festes. Gestaltet wurde er von Pfarrer Albrecht Holthuis, Pfarrer Robert Mertens und von Gemeindereferent Rudi Drews. Auch die Kinder der Kindertageseinrichtung am Lauerhaas, der Erntethron und der evangelische sowie katholische Kirchenchor wirkten in dem abwechslungsreichen Erntedankgottesdienst mit.

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Unterhaltsames Programm

Anschließend erfreute nach dem feierlichen Einzug aller Vereine unter der Begleitung der "Harmonika-Freunde Rhede" die zahlreichen Besucher ein bunt gemischtes Programm. Die kleinen Gäste durften in der Halle im Stroh toben oder draußen bei strahlender Herbstsonne an diversen Spielen teilzunehmen. Viel Applaus ernteten die "La ola"-Tanzgruppe der Landfrauen und die Videoclip-Gruppe der CreaDance-Tanzschule. Auch die A-Formation des TSG Balance Wesel zeigte mit einer eindrucksvollen Performance ihr Können. Schlusspunkt war die Vorführung des Hundesportvereins "Büdericher Insel".

Wie im jedem Jahr wurde die neue Erntekönigin inthronisiert. Die 42-jährige Katja Koch löste Tanja Krott auf dem Erntethron ab. Katja Koch ist seit 19 Jahren verheiratet und hat zwei jugendliche Söhne. Sie ist eng mit der Landwirtschaft verbunden. Zwölf Hühner, ein großer Gemüse- und ein Obstbaumgarten, Treibhäuser und ein Hofhund zeugen davon. Jedes Jahr bestellt die 42-Jährige ihr kleines Feld mit Kartoffeln, Erbsen und Möhren. Brauchtumspflege steht bei ihr hoch im Kurs. Aus diesem Grund freut sie sich auf die Aufgaben als Erntekönigin. Mit ihr auf dem Erntethron sind Astrid Pooth, Michaela Bernstein, Ute Zirk, Heike Voß, Sonja Stratmann und Wilma Schepers.

(RP/url/jul)