Schermbeck: Ei-Malerei im Kindergarten

Schermbeck: Ei-Malerei im Kindergarten

Im Schermbecker Familienzentrum St. Ludgerus gehört in der vorösterlichen Zeit das Verzieren von Eiern einfach dazu.

Die Tage vor Ostern fühlen sich für die Mädchen und Jungen in der Schermbecker Kindertagesstätte St. Ludgerus ganz besonders schön an. Denn wie in der Vorweihnachtszeit wird gebastelt. Und die Erzieherinnen erzählen - vor allem den älteren Kindern - etwas von Jesus. Vom letzten Abendmahl mit seinen Freunden, vom Tod am Kreuz und der Auferstehung des Gottessohnes. Und natürlich gehört auch das Bemalen von Ostereiern zum Programm in der vorösterlichen Zeit.

Luis aus der Sternschnuppengruppe macht in diesem Jahr zum ersten Mal mit. Er ist ja auch erst drei Jahre alt. Vor ihm steht ein Glas mit Buntstiften. Luis wählt einen blauen und legt los.

"Meine Mami bekommt das." Er selbst freut sich schon auf Ostern. "Da gibt es Schokoeier. Die mag ich. Die sind mit Schoko gemalt." Und dann hofft er, dass sein Wunsch von einem Pinguin erfüllt wird. "So einer aus Stoff." - "Luis ist unser Pinguin-Experte", sagt Erzieherin Annette Friedrich, die seit 30 Jahren in dem Familienzentrum arbeitet. Vieles, so sagt sie, habe sich in der Zeit geändert. "Früher wurde in den Familien noch etwas traditioneller gefeiert. Auch wenn das Eiersuchen, jedenfalls bei den deutschen Familien, nach wie vor mit dazu gehört."

Niedliche Künstler mit Stiften, Pinseln und Fingerfarben: (v.l.) Luis (3), Eriola (5), Julian (6), Julian (5), Jonas (5) und Henrik (3) Foto: Klaus Nikolei

Allerdings sei erkennbar, dass Ostern zu einer Art zweitem Weihnachtsfest geworden sei und etwas größere Geschenke nicht unüblich seien.

"Ich wünsche mir eine Yo-Kai Watch", sagt Julian (6), der mit seinem Freund Julian (5) ein großes Osterei mit Wasserfarben malt. Bitte was? Annette Friedrich hilft: "Das ist eine Uhr von Nintendo." Julian (5) sagt: "Die wünsche ich mir auch."

Foto: Klaus Nikolei

Nebenan in der Wolkengruppe sitzt Jonas (5) mit sechs anderen Mädchen und Jungen zusammen und taucht seine Finger in Fingerfarben: Rot, Gelb, Blau, Grün. Ihm macht die Sache sichtlich Spaß. Genau wie Ostern. "Da feiern wir ein Straßenfest. Mein Vater versteckt Süßigkeiten." Nur der Vater? "Nein", sagt Jonas, "ein paar versteckt auch der Osterhase." Dass Ostern etwas mit Jesus zu tun hat, weiß er schon. Aber nichts Genaues. "Ich weiß nur, dass Gott Jesus' Vater ist." Das überrascht Erzieherin Sandra Schwering nicht. "Wenn zu Hause nicht über diese christlichen Feste gesprochen wird, dann wissen die Kinder darüber auch nicht so gut Bescheid. Einige aber kennen die Ostergeschichte und finden sie total spannend."

Anna aus der Sonnengruppe ist eines der Kinder, die sich auskennen. Die Sechsjährige, die mit ihren Freundinnen Jana und Eva (beide 5) Eier mit Fingerfarben verziert, sagt: "An Ostern ist Jesus auferstanden." Sie freut sich aufs Wochenende, denn die Familie bekommt Besuch. "Da übernachten fünf Leute bei uns. Vielleicht schenken die mir was - Rollschuhe und ein Klettergerüst. Das wünsche ich mir - mehr nicht."

Foto: Klaus Nikolei
(RP)