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Eheleute Feuchthofen aus Mehrhoog sind seit 60 Jahren verheiratet

Diamantene Hochzeit in Mehrhoog : Eheleute Feuchthofen seit 60 Jahren verheiratet

Diamantene Hochzeit: Die beiden Mehrhooger haben sich am 23. Dezember 1960 in der St.-Franziskus-Kirche Wesel das Ja-Wort gegeben.

Normalerweise feiern Christa und Heinz Feuchthofen ihren Hochzeitstag am 23. Dezember traditionell im Schnee. Denn seit Jahren verbringen die beiden Mehrhooger zusammen mit ihrer Großfamilie die Weihnachtstage im oberbayerischen Skigebiet Ruhpolding.

Um den kleinen Urenkeln die Reisestrapazen zu ersparen, sollte die Reise in diesem Jahr aber nicht nach Süddeutschland, sondern nach Winterberg ins Sauerland führen. Doch wegen der Corona-Pandemie konnten die beiden bereits im Januar gebuchten Ferienhäuser in dem Wintersportparadies nicht bezogen werden. Und so kam es, dass Christa und Heinz Feuchthofen das Fest der Diamantenen Hochzeit zu Hause in Mehrhoog gefeiert haben – und zwar im Kreise der Familienmitglieder, die sich zuvor alle einem Corona-Schnelltest unterzogen hatten. Eine nachträgliche große Feier mit Bekannten und Freunden ist übrigens nicht geplant. „Dafür wollen wir einfach unsere eiserne Hochzeit in fünf Jahren etwas größer feiern“, sagt Christa Feuchthofen.

Die mittlerweile 78-Jährige hatte ihren Mann als Jugendliche in Wesel kennengelernt. Mit ihren Eltern war die aus dem polnischen Lodz stammende, in Luckenwalde unweit von Berlin aufgewachsene junge Frau über Umwege an den Niederrhein gekommen. Nach Ende ihrer Schulzeit machte sie bei Schätzlein an der Hohen Straße in Wesel eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Auf dem Sportplatz in Flüren lernte sie dann den vier Jahre älteren Heinz Feuchthofen kennen. „Ich habe mich früh für Fußball interessiert“, erzählt sie, „weil die Kicker so schöne Beine hatten.“ Sie lacht herzlich.

Heinz Feuchthofen, bis 1978 Verteidiger bei Grün-Weiß Flüren, arbeitete als Schlosser bei Babcock in Voerde-Friedrichsfeld. Die beiden wurden ein Paar und wollten ursprünglich im August 1960 den Bund fürs Leben schließen. Doch da gab es ein Problem. „Ich war ja erst 18 und nicht 21 und benötigte noch die Unterschrift von meiner Mutter. Weil unter anderem meine Geburtsurkunde noch auf Polnisch war und die Behörden damit ihre Probleme hatten, konnten wir erst am 23. Dezember 1960 heiraten.“ Und zwar vormittags standesamtlich im Rathaus, nachmittags dann kirchlich in St. Franzikus in Wesel-Schepersfeld.

Das junge Paar lebte zunächst in Friedrichsfeld. Als Heinz Feuchthofen eine Stelle bei den Wasserwerken Wittenhorst bekam, zog die damals schon fünfköpfige Familie 1967 nach Mehrhoog in eine Mietwohnung. 1972, mittlerweile war das vierte Kind geboren, bezogen die Feuchthofens ihr neues Eigenheim.

In Mehrhoog hat sich die Familie immer pudelwohl gefühlt. Christa und Heinz Feuchthofen gehörten 1977 zu den Gründungsmitgliedern des Tennisclubs Mehrhoog. Bis vor wenigen Jahren spielten sie aber nicht nur Tennis, sondern fuhren auch Ski und kegelten mit Freunden.

Während Christa Feuchthofen täglich mit ihrem Hund Packo, dem mittlerweile fast elf Jahre alten Bearded Collie, spazieren geht und strickt, fährt ihr Mann gerne Rad. Der ehemalige CDU-Ratsherr (2004 bis 2012) ist aktuell noch bei der Senioren Union aktiv. Die beiden rüstigen Senioren sind viel mit ihrem Wohnmobil unterwegs. Ihre Urlaube verbringen die Eheleute nicht selten mit ihren Kindern, den Schwiegerkindern, den drei Enkelkindern und den vier Urenkeln. Denn Familiensinn wird bei den Feuchthofens von jeher ganz großgeschrieben. 

(kwn)