Schermbeck: Edeka: Rexforth kontert Vorwürfe

Schermbeck : Edeka: Rexforth kontert Vorwürfe

Bürgermeister Mike Rexforth nennt die Vorwürfe des BfB-Fraktionsvorsitzenden wegen der baldigen Schließung des Edeka-Marktes in Schermbeck "eine Unverschämtheit".

Der "Supergau" für die Schermbecker werde in wenigen Wochen eintreten, erklärt Klaus Roth, Ratsherr und Fraktionsvorsitzender von Bürger für Bürger (BfB). Er bezieht sich damit auf die Schließung des Edeka-Markts an der Erler Straße aus wirtschaftlichen Gründen zum 31. Juli. Die Verkaufsfläche des bestehenden Marktes sei mit aktuell 625 Quadratmetern viel zu klein, um dort als Einzelhändler einen wirtschaftlich überlebensfähigen Markt zu betreiben. Außerdem sei sowohl für die Kunden die Parkplatzsituation als auch für den Händler die Lkw-Anlieferung unbefriedigend. Wie berichtet, sind 14 Mitarbeiter des Marktes von der Kündigung betroffen.

Die Schermbecker Politik hatte sich schon vor geraumer Zeit dafür ausgesprochen, diesen Einzelhandelsstandort für einen Vollsortimenter beizubehalten. Roth: "Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand gehören seit einigen Jahren das Grundstück, auf dem sich der Edeka-Markt befindet, und das direkt angrenzende Grundstück zwei Schermbecker Architekten." Die Fläche der beiden Grundstücke soll etwa 4 500 Quadratmeter betragen. Beispielhaft wirft die BfB-Fraktion einen Blick über die Gemeindegrenze nach Westen. "In Drevenack wurde 2016 der Edeka-Markt umgebaut: Aus ehemals 800 Quadratmetern Verkaufsfläche wurden dort sogar 1 250. Mehr als 20.000 verschiedene Artikel bietet der dortige Einzelhändler seinen Kunden auf der erweiterten Verkaufsfläche mittlerweile an.

Wieso ist ein solches Vorgehen in Schermbeck nicht auch möglich?", fragt Roth. Es müsse doch möglich sein, auf der vorhandenen Fläche zuzüglich einer angrenzenden gemeindlichen Grünfläche einen wettbewerbsfähigen Verbrauchermarkt zu planen und zu realisieren.

Bürgermeister Mike Rexforth zeigt sich über Roths Aussagen empört. Die angebliche Unwissenheit des BfB-Fraktionschefs verärgert ihn. "Ich bin sehr erstaunt über Herrn Roth, da er in seiner Stellungnahme der Verwaltung vorwirft, über Jahre nichts gemacht zu haben", so Rexforth. Dass Roth sich unwissend über die Pläne vonseiten der Gemeinde zeige, kritisiert Rexforth deutlich: "Zumindest seitdem ich Bürgermeister bin, wurde Klaus Roth im Rahmen von interfraktionellen Gespräche immer darüber informiert, dass Edeka langfristige Verträge hat, die es sowohl den Eigentümern als auch der Verwaltung unmöglich gemacht haben, über diese Flächen zu verfügen." Darüber hinaus betont Rexforth, dass die Gemeinde über die Fläche sowieso nicht verfügen könne, da sie nicht der Eigentümer sei. Fakt sei, dass die Gemeinde ohne Zustimmung von Edeka, das sich seit rund neun Jahren in einem laufenden Vertragsverfahren befände, während dieser Zeit nichts machen könne. "Edeka hätte sämtliche Entwicklungen an diesem Standort verhindern können. Das wusste auch Klaus Roth durch die interfraktionellen Gespräche", so Rexforth.

Ebenso habe der BfB-Chef genau gewusst, wie die Vertragssituation dort tatsächlich aussieht. "Und jetzt in seiner Stellungnahme den Bürgern zu suggerieren, die Verwaltung hätte schon lange was machen können, ist aus meiner Sicht schon eine Unverschämtheit", sagt Mike Rexforth.

Ebenfalls stelle Roth die Frage in den Raum, warum die Verwaltung einen so gesteigerten Wert auf eine Neugestaltung des Gesamtbereichs bis hin zur Lessingstraße legt? Auch das sei für Roth nichts Neues gewesen, so Rexforth.

"Die Verwaltung ist seit Jahren damit beschäftigt, diesen Standort zu entwickeln. Für Klaus Roth war das ebenfalls nichts Neues, da er auch hier durch in vielen interfraktionellen Gesprächen über die vertragliche Situation informiert wurde", stellt der Schermbecker Bürgermeister klar.

(jok/pbo)
Mehr von RP ONLINE