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Wesel: Ebola-Angst: Kliniken gerüstet

Wesel : Ebola-Angst: Kliniken gerüstet

Schutzkleidung und klare Regieanweisungen: Marien-Hospital und Evangelisches Krankenhaus für Fall X gewappnet.

So lange der Ebola-Virus allein in Afrika grassierte, blieb die Lage auf den anderen Kontinenten noch vergleichsweise entspannt. Die Todesfälle von Madrid und Dallas ließen aufhorchen. Spätestens das Opfer von Leipzig hat die Gefahr endgültig auch in Deutschland ins Bewusstsein geholt. Dazu gehört die Feststellung, dass es einen 100-prozentigen Ebola-Schutz einfach nicht geben kann.

Immerhin sagen Experten wie Prof. Dieter Häussinger von der Sonderisolierstation an der Uniklinik Düsseldorf, dass in den Fällen der Krankenschwestern von Madrid und Dallas "die Schutzmaßnahmen nicht so professionell gewesen sind wie bei uns". In Wesel haben das Marien-Hospital (MHW) und das Evangelische Krankenhaus (EVK) ihre Hygienepläne aktiviert.

Dr. Rüdiger Kardorff, Marien-Hospital Wesel Foto: Birgit Steinmetz

Beide Weseler Kliniken richten sich zunächst nach dem, was das Robert-Koch-Institut (RKI) Berlin empfiehlt. Wie Heike Siebers, Hygienefachkraft am EVK, gestern im RP-Gespräch sagte, stehen Vollkörper-Schutzanzüge mit FFP3-Masken, die den höchsten Filterschutz bieten, zur Verfügung. Schutzbrille, Handschuhe, die doppelt getragen werden, und weitere Ausrüstung ebenso. Sollte ein Patient Fieber schildern, werden klare Regieanweisungen wirksam: Abstand halten und früh abfragen, ob er in Afrika war oder auf Reisen Kontakt hatte. Gegebenenfalls würde dann die Info-Kette mit Mitteilungen an das Gesundheitsamt sowie an die Isolierstation Düsseldorf (siehe Infobox) und das Kompetenzzentrum Münster losgehen.

"Das Beste wäre, dass ein Patient, der sich entsprechend fühlt, sich vorher anmeldet. Dann könnten wir den Weg zur zentralen Notaufnahme frei machen, damit er keinen Kontakt zu anderen Menschen hat", sagt Siebers.

Ähnlich schildert Dr. Rüdiger Kardorff, Kinderarzt und Hygienebeauftragter am MHW, die Vorbereitungen für den Fall X. Hier kommen gleich zwei Orte in Frage: die zentrale Notaufnahme und die Kinderklinik, in der man ohnehin jeden Tag mit fiebrigen Kinder zu tun hat. "Wir haben alle Mitarbeiter vor gut einer Woche auf den neuesten Stand gebracht und stützen uns auf die sehr guten Informationen des RKI, sagt Kardorff. Ganzkörperanzüge treffen heute ein.

Der Notfallplan wird angepasst. Erfahrungen mit gefährlichen Infektionskrankheiten wie Noro oder Tuberkulose gibt es natürlich, sagt Kardorff. Auch hat man im Zusammenhang mit der Vogelgrippe den Schutzaufwand mal theoretisch durchgespielt. Aber hautnah kennt sich mit Ebola in Deutschland niemand aus. Für beide Häuser wie auch alle anderen der Region gilt, dass Verdachtsfälle auf die Sonderisolierstation an der Uniklinik Düsseldorf müssen.

(RP)