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E-Scooter: Am Niederrhein kaum genutzt

Wesel/Hamminkeln/Schermbeck : E-Scooter: Am Niederrhein kaum genutzt

Die Nachfrage nach Elektro-Rollern hält sich in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck noch stark in Grenzen. Während sie in Großstädten zahlreich fahren, sieht man sie hier bisher kaum. Ein Händler rechnet mit Zuwachs.

In den NRW-Großstädten sieht man sie schon zahlreich fahren, am Kölner Rheinufer muss man sich teilweise vor den neuen E-Scootern in Acht nehmen. Am Niederrhein sieht man hingegen das Fortbewegungsmittel noch kaum. Diesen Eindruck bestätigt Michael Bohnes (58), der als ein Gesellschafter in Wesel den Mobilitätsladen Remibo an der Korbmacherstraße betreibt, in dem auch die E-Scooter erworben werden können. „Die Nachfrage ist in Wesel derzeit nur gering.“

Verkauft hat er die neuen Modelle noch nicht, sagt Bohnes. Es gebe aber jetzt die ersten Großbestellungen bei ihm. Baumärkte wollen die Geräte verkaufen, Telefonanbieter bieten die Scooter als hochwertige Prämie an. Bohnen glaubt: „Der Gedanke, was man mit so einem Fortbewegungsmittel machen kann, ist noch nicht überall angekommen. Mit dem Weihnachtsgeschäft werden wohl die ersten E-Scooter auch in hiesigen Baumärkten zu erwerben sein.“ Dann werde das Geschäft auch am Niederrhein anziehen, glaubt er. Er habe im Kreis Wesel erst zweimal Roller gesehen, allerdings solche ohne ein gesondertes Abzeichen, die eigentlich auf öffentlichen Straßen nicht fahren dürfen.

Seit 15. Juni dieses Jahres sind Elektro-Roller in Deutschland zugelassen und dürfen offiziell im Straßenverkehr genutzt werden. Der Hersteller benötigt für den Verkauf aber eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Das Fahrzeug muss den Regeln der Straßenverkehrsordnung und der Elektrokleinstfahrzeugverordnung entsprechen. Wenn alle Kriterien eingehalten sind, erteilt das Kraftfahrtbundesamt die Genehmigung. Eine spezielle Zulassung bei der Straßenverkehrsbehörde für sein Fahrzeug benötigt der Endhalter nicht. Er muss den E-Scooter allerdings bei der Versicherung anmelden. Entsprechend kann der Kreis Wesel auch nicht mitteilen, wie viele E-Scooter in den 13 Kommunen Wesels unterwegs sind.

In den Städten sorgen die EScooter landauf landab für Debatten. Vermieterfirmen stellen sie am Straßenrand ab. Das sperrt den Verkehrsraum für andere. Mailand hat die Roller temporär verboten, auch in Köln und Düsseldorf darf man sie nicht überall nutzen. In der CO2-Bilanz schneiden die Roller zwar deutlich besser ab als Autos. Allerdings muss man dabei die Fahrten zu den Aufladestationen mit einberechnen – entsprechend schlechter fällt die Bilanz dann schon aus.

Michael Bohnes glaubt, dass perspektivisch auch am Niederrhein einige jüngere Leute ab 35 bis 50 den E-Scooter erwerben werden, um damit einen kurzen Weg von der Wohnung bis zur Arbeit zurückzulegen. Das seien aber vorwiegend solche Kunden, die mit dem E-Scooter auch ein Statement setzen wollen und die eine gewisse Technikaffinität haben.

Bohnes verkauft Einsteigermodelle an Endkunden für 400 bis 500 Euro. Die teurere Variante kostet bei ihm 800 bis 900 Euro. Derzeit gebe es einen Lieferstopp: Die Vermieterfirmen hätten so viele E-Scooter bestellt, dass Bohnes selbst keine erwerben kann. Er rechnet mit neuen Lieferungen ab September. Der Spiegel berichtete am Wochenende, dass Grund für eine verzögerte Lieferung sei, dass noch nicht alle E-Scooter eine Genehmigung haben.

(sep)