Dudelpassage Wesel: Aus Büros werden bis Frühjahr 2020 acht Wohnungen

Weseler Innenstadt : Dudelpassage erfindet sich neu

In der vor 35 Jahren eröffneten Dudelpassage verändert sich derzeit viel. Aktuell werden ehemalige Restaurant- und Café-Flächen im Erdgeschoss zusammengelegt. Ein Interessent fürs Erkerhaus will die Gastronomie neu beleben.

Dagmar Wolbeck hat als Centermanagerin der im Herbst 1984 eröffneten Dudelpassage – Eigentümerin ist die aus Wesel stammende Hamburger Ehrenbürgerin Hannelore Greve – viele (gewerbliche) Mieter kommen und gehen sehen. War das seinerzeit 25 Millionen Mark teure Einkaufs- und Freizeitzentrum, dessen Keimzelle das historische Erkerhaus der Firma Stams bildete, Mitte bis Ende der 80er Jahre ein echter Anziehungspunkt in der Kreisstadt, so führt es schon seit Jahren eher ein Schattendasein. Wobei in den nächsten Monaten kräftig in die Passage investiert wird, um die Zahl der Dauerleerstände zu minimieren.

Für das seit Monaten leerstehende Erkerhaus gibt es einen Interessenten. Ein Duisburger Gastronom möchte das historische Gebäude gerne pachten. Foto: Klaus Nikolei

Im Untergeschoss, wo sich von Anfang an das Comet-Kinocenter befindet, haben jüngst die Abrissarbeiten im früheren griechischen Restaurant Artemis und im angrenzenden ehemaligen Musikcafé „4ever“ begonnen. „Wir haben lange überlegt, was wir da machen und sind jetzt zu einer Entscheidung gelangt“, sagt Dagmar Wolbeck. Heißt: Sämtliche Wände und Böden werden herausgerissen, so dass am Ende eine Gesamtfläche von mehr als 700 Quadratmetern zur Verfügung steht. Die soll ab Ende 2019 oder auch erst ab Anfang 2020 als Fläche für Sonderverkäufe dienen. „Oder auch für Trödelmärkte oder für ähnliche Dinge“, sagt Dagmar Wolbeck. Sie ist überzeugt, dass es dafür durchaus Interessenten geben wird.

Das ehemalige griechische Restaurant und das „4ever“ im Kinogeschoss werden derzeit entkernt. Dort sollen künftig Sonderposten verkauft werden oder Trödelmärkte stattfinden. Foto: Klaus Nikolei

Interessenten gibt es bereits für zwei der acht geplanten Wohnungen im ersten Obergeschoss der Passage. Weil die Nachfrage nach Büroflächen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, gleichzeitig aber der Bedarf an innenstadtnahen Wohnungen mit Aufzug gestiegen ist, passt man sich bei Greve der veränderten Nachfragesituation an. Wolbeck: „Bis zum Frühjahr 2020 werden acht ehemalige Büros entkernt und bekommen alle einen neuen Zuschnitt. Dann werden wir hier nicht nur 33, sondern 41 Wohnungen haben.“ Besagte 33 sind komplett vermietet.

Vor mehr als 20 Jahren wurde das Restaurant Artemis geschlossen. Nun wird es komplett geräumt. Foto: Klaus Nikolei

 Die Zeichen stehen auch nicht schlecht, dass in nächster Zeit auch das Erkerhaus wieder vermietet sein wird. Ein Gastronom aus Duisburg möchte dort ein Speiselokal mit gut 60 Plätzen eröffnen, sagt Dagmar Wolbeck. Und sollte man sich am Ende nicht auf einen Pachtvertrag einigen können, dann gibt es einen Alternativplan. „Dann nämlich könnten wir uns vorstellen, dass aus dem Erkerhaus ein Eventlokal wird, das man für Feiern anmieten kann.“

Kaum jemand dürfte sich noch daran erinnern, dass man beim Griechen in der Dudelpassage einst auch Kegeln konnte. Die Bahn wird jetzt abgerissen. Foto: Klaus Nikolei

Einen Interessenten gibt es übrigens auch für eines der beiden leerstehenden Ladenlokale im Erdgeschoss (beide gut 200 Quadratmeter groß), zu dem die Centerleiterin allerdings noch keine Angaben machen möchte.

Apropos Erdgeschoss. Dort soll am Samstag, 28. September, von 10 bis 16 Uhr der zweite Frauentag in der Dudelpassage stattfinden. Bei der Premiere vor zwei Jahren hatten sich gut 50 Aussteller angemeldet. „Da mussten wir sogar einigen Interessenten absagen. Doch in diesem Jahr läuft die Anmeldung etwas schleppend“, sagt Dagmar Wolbeck, die auf weitere Zusagen hofft, sobald die Sommerferien beendet sind.

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