Dorf Ginderich kämpft für eine Ampel an der L460

Gefahr in Ginderich : Ein Dorf kämpft für eine Ampel

Ginderich hofft auf eine Lichtsignalanlage für die stark befahrene L460. 910 Unterschriften wurden übergeben. Doch die Landesbehörde zögert.

Eine gewisse Absurdität ist nicht zu leugnen: Während in der Wesleler Innenstadt demnächst Eselampeln als Zusatzampeln stehen, also doppelt so viele Lichtsignalanlagen wie eigentlich erwünscht, wird den Bürgern von Ginderich nicht einmal eine Ampel erlaubt. Dabei sei diese Ampel im Bereich der Kreuzung von Büdericher Straße und L460 dringend nötig, betonten bei einem Ortstermin am Dienstagabend mit Dezernent Klaus Schütz und der Landtagsabgeordneten Charlotte Quik (CDU) die Gindericher Bürger. 910 Unterschriften für eine Ampel konnte Bäckermeister Thomas Dams dort an den Stadtvertreter und die Landespolitikerin übergeben.

Ginderich gibt die Hoffnung nicht auf, dass nach 30 Jahren Protesten doch irgendwann eine Ampel auf der Kreuzung nach Büderich installiert wird. Im Straßenkarneval verkleidete sich unlängst sogar eine Gruppe als Ampeln, um für eine Lichtsignalanlage zu werben. Es gibt zwar im Bereich der L460 eine Verkehrsinsel, nicht aber eine Fußgängerampel. Wie unsicher es auf der Insel ist, zeigt aber die Tatsache, dass ein dort stehendes Warnschild erst kürzlich wieder umgefahren wurde. Ein Fußgänger wäre vielleicht angefahren worden, hätte er dort gestanden, betonte Heinrich Heinrichs, CDU-Urgestein in Ginderich, beim Abendtermin.

Es gab schon zahlreiche Absagen von der Landesbehörde Straßen NRW. Und doch sehen die Bürger seit einiger Zeit neue Vorzeichen. Seitdem es in Büderich eine Schule für beide Stadtteile gibt, fahren Gindericher Schüler morgens über die L460 nach Büderich. Auch bei den Sportvereinen gibt es Kooperationen, auch hier wird die Straße gequert. Verwiesen wird auch auf mehrere Todesfälle schon vor Jahrzehnten. Die letzte Verkehrszählung ergab 900 querende Autos von Büderich nach Ginderich und zurück, 11.000 an einem Tag auf der L460. „Das Überqueren ist gefährlich, nicht nur für Kinder“, sagte CDU-Ratsherr Michael Brinkhoff. Die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik machte den Selbstversuch, kam zwar heil zurück, erkannte aber auch die Brisanz der Lage.

Die Gindericher hoffen, mit der Unterschriftenliste die Entscheider in der Stadtverwaltung sowie Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) überzeugen zu können Bei Straßen NRW gibt man sich zurückhaltend. Ein Sprecher betonte auf Anfrage am Dienstag, dass die Stelle vielfach geprüft und der Behörde nicht als Unfallschwerpunkt bekannt sei. Deshalb sehe man keinen Handlungsbedarf. Den sieht aber nicht nur die CDU, sondern auch andere Ratsvertreter. Auch die SPD war vor Ort.

Rückenwind für ihr neues Vorpreschen hatten die Gindericher aber besonders bei der jüngsten Bürgerversammlung der CDU im Pfarrheim erhalten. Da stellte CDU-Fraktionschef Jürgen Linz in Aussicht, dass sich der neue CDU-Verkehrsminister Wüst sich der Thematik annehmen könne. Parallel solle das Weseler Ordnungsamt neu zählen.

(sep)
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