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Wesel: Dörfern fehlt Unterstützung beim Zukunfts-Wettbewerb

Wesel : Dörfern fehlt Unterstützung beim Zukunfts-Wettbewerb

CDU und Linke kritisieren Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die künftig die Jury von "Unser Dorf hat Zukunft" begleiten soll. Bislich und Ginderich hätten bei dem Wettbewerb besser abschneiden können, sagen sie.

Beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" landete Bislich kürzlich auf einem vierten Platz und erhielt für die Umgestaltung des Heimatmuseums einen Sonderpreis. Während Bürgermeisterin Ulrike Westkamp dies durchaus als "Erfolg" verbuchte, vertreten Mitglieder der CDU und der Sachkundige Bürger der Linken, Roman Reisch, die Auffassung, dass nicht nur für Bislich, sondern auch für Bewerber Ginderich (Platz elf) mehr drin gewesen wäre.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung warfen CDU und Linke der Stadt jetzt fehlende Unterstützung vor. Ähnlich hatten sich Abordnungen der beiden Ortsteile bei der Preisverleihung im Kreishaus geäußert (RP berichtete). Bemängelt wurde unter anderem, dass man die Unterlagen mit der Kriterienliste nicht frühzeitig von der Stadt erhalten habe. Sonst hätte man Auskiesungen nicht positiv hervorgehoben, für die es Minuspunkte von der Jury gab.

"Wir möchten, dass die Verwaltung künftig die Federführung bei dem Wettbewerb übernimmt und die Vereine in den Orten um ihr Mitwirken bittet", forderte unter anderem CDU-Fraktionschef Jürgen Linz. Die gescholtene Bürgermeisterin wies in der sich anschließenden Diskussion alle Kritik zurück. Zum einen, weil sich der Wettbewerb an Dorfgemeinschaften richte und die Stadt deshalb die Federführung gar nicht übernehmen könne. Zum anderen habe ein "studierter Stadtplaner" die Jury auf der Tour nach Bislich und Ginderich begleitet. Und ein vierter Platz plus Sonderpreis für Bislich seien doch gut. Doch CDU-Mann Sebastian Hense überzeugte das alles wenig. "Es geht um die mangelnde Unterstützung, uns fehlen Verbesserungsvorschläge. Sie ziehen sich auf das Minimum zurück", beklagte er. Sein Hinweis, dass Bürgermeister anderer Kommunen bei der Bereisung dabeigewesen seien, kommentierte Ludger Hovest mit der Bemerkung: "Wo Bürgermeister mitgefahren sind, gab es schlechtere Ergebnisse." In Wesels Dörfern hätten die Leute sicherlich viele gute Ideen, sich zu präsentieren. Die Ergebnisse seien top. "Wenn aber die Politik meint, dass die Verwaltungschefin dabei sein sollte, dann müssen Termine freigemacht werden." Linz forderte zum Schluss, die Stadt müsse die Kommunikation mit den Vereinen verbessern.

(RP)