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Wesel: Dörfer müssen für Fördermittel künftig eigene Konzepte anfertigen

Wesel : Dörfer müssen für Fördermittel künftig eigene Konzepte anfertigen

Die bei Touristen und Hoteliers gleichermaßen beliebte "3-Flüsse-Route" oder das Projekt "Feines vom Land" stehen als beste Beispiele für die Erfolge der ersten Leader-Projektphase (2007-2014) der Lokale Aktionsgruppe (LAG) Lippe-Issel-Niederrhein. Nach einer erfolgreichen Bewerbung geht man nun in die bis 2020 andauernde Fortsetzung. Neu hinzugekommen sind Lippedorf und die linksrheinischen Ortschaften Büderich und Ginderich. Unter dem Motto "Brücken bauen - Start in die Leader-Projektphase" lud die LAG am Dienstag engagierte Bürger zum Infoabend in den Ratssaal. Sie waren aufgerufen, ihre Ideen einzubringen und daraus Konzepte zu entwickeln.

2,7 Millionen Euro an Fördermitteln stehen dafür in den kommenden Jahren zur Verfügung, einzelne Maßnahmen werden mit maximal 65 Prozent bezuschusst. Als Beispiel für eine lokale Förderung nannte LAG-Vorsitzende Ulrike Westkamp den Fährkopf in Bislich, für den die EU aus dem Leader-Projekt 100. 000 Euro bereitstellte. Geplante Förderprojekte müssen in die von den teilnehmenden Kommunen Wesel, Hünxe, Hamminkeln, Schermbeck und Voerde entworfene 120 Seiten starke regionale Entwicklungsstrategie passen und grundsätzlich vorfinanziert werden. Neu ist auch, dass eine Ko-Finanzierung durch Privatleute möglich ist, bislang waren dafür ausschließlich Kommunen, Sparkassen und ausgewählte Stiftungen zugelassen. Das heißt, es dürfen Sponsoren ins Boot geholt werden.

Eine negative Neuigkeit: Es müssen künftig aufwendige Dorfentwicklungskonzepte erstellt werden. "Der bürokratische Aufwand ist insgesamt sehr viel größer geworden, aber wir unterstützen die Bürger dabei", verspricht Westkamp. Sucht der örtliche Kulturverein eine Unterkunft oder soll der Dorfplatz verschönert werden, will man den Bürgern den Weg dorthin so leicht wie möglich machen. "Eine Projektskizze mit ein bis zwei Seiten und Angaben zum Fördervolumen reichen erstmal. Damit können die Bürger zu uns kommen, wir helfen dann weiter", sagt Julia Jörgensen vom Regionalbüro in Hünxe.

Insgesamt 99 Projektideen sind bereits definiert, darunter das "Niederrheinische Impro-Festival Ginderich", ein generationenübergreifendes Mitmach-Theater, ein Jugend-Café in Schermbeck oder der Aufbau eines Knotenpunktsystems für Radwege nach niederländischem Vorbild.

(erko)