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Dingden-Berg: Stadt verteidigt Verkaufspläne

Hamminkeln : Stadt verteidigt Verkaufspläne

Nach dem von der Politik mehrheitlich abgelehnten Verkauf des Vereinsheimes Dingden-Berg meldet sich die Verwaltung. Der geplante Verkauf hätte nicht zum sofortigen Ende der Vereinsaktivitäten geführt.

Im Streit um den Verkauf des Vereinsheimes in Dingden-Berg hat sich die Hamminkelner Verwaltung jetzt zu Wort gemeldet. Sie verteidigt die Verkaufspläne und führt als Argument für den Privatisierungskurs auch Sanierungsbedarf an. Auch mit der Lösung eines Investors sei ein Betrieb für längere Zeit möglich.

Unsere Redaktion hatte nach der Ratssitzung, in der nichtöffentlich über den geplanten Verkauf diskutiert worden war, berichtet. Im Ergebnis lehnte die Politik mehrheitlich mit Stimmen von CDU, USD und dem grünen Ratsherr Bernhard Wenders sowie Martin Wente den Verkauf ab. Auf die Frage von Jürgen Gertzen (HSC Berg), wie lange die Vereine das Heim nutzen könnten, sagte Bürgermeister Bernd Romanski im Ausschuss, dass dies für „eine Zeitschiene“ weiter möglich sei. Die SPD merkte danach an, dass auch die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung nicht das Ende der Vereinsaktivitäten im Haus bedeutet hätte. Konkret sagte Marion van der Linde (SPD) unserer Redaktion: „Zu keiner Zeit ist von Seiten der SPD auch nur ansatzweise in Erwägung gezogen worden, das Vereinsheim zu schließen.“ Wie jetzt bekannt wurde, war für Dingden-Berg geplant, für weitere 25 Jahre Vereinsaktivitäten im Haus zu ermöglichen. Investieren wollte hier ein Interessent aus dem Dorf, der in direkter Nachbarschaft ein Objekt an der Van-de-Wall-Straße gekauft und saniert hatte. Wie dort hatte er Wohnnutzung auch für das Vereinsheim vorgesehen. Allerdings offenbar erst für einen späteren Zeitraum.

Die Hamminkelner Verwaltung verweist nun – Bürgermeister Romanski wird in der Mitteilung nicht explizit genannt – darauf, dass derzeit mehrere Objekte „keinen weiteren kommunalen Nutzungszweck“ mehr hätten. Vielfach würden Vereine diese Gebäude ohne Entgelt nutzen, die Vereine wiederum würden die Objekte instand halten. Bei den meisten dieser Objekte werde es aber „in absehbarer Zeit“ zu einem größeren Renovierungsaufwand kommen. „Da die Stadt für diese Räume zumindest kurz- bis mittelfristig keine eigene Nutzungsmöglichkeit sieht, kann es aus Sicht der Verwaltung auch nicht zu einer Renovierung/Sanierung aus Steuermitteln kommen“, teilt die Verwaltung mit. Sie verweist auch darauf, dass im Hauptausschuss im September 2017 eine Beschlussvorlage vorgelegt worden sei, die Gespräche mit potenziellen Erwerbern vorsah, die eine entsprechende Nutzung durch die Vereine sicherstellen. Der Beschluss sei mit deutlicher Mehrheit angenommen worden. Auf Basis dieses Beschlusses sei man auf Investoren zugegangen. Die Verwaltung argumentiert auch, dass mit dem Verkauf des Vereinsheimes neuer Wohnraum für junge Menschen entstehen könne, die gerne in Dingden-Berg bleiben wollen. „Aufgrund der Lage im Außenbereich sind die weiteren Möglichkeiten hier deutlich eingeschränkt“, erklärt die Verwaltung.

Die CDU hatte auch argumentiert, dass es nicht konsequent sei, in Mehrhoog eine Begegnungsstätte zu bauen, während man in Dingden-Berg ein Vereinsheim schließt. Die Verwaltung argumentiert, diese Sicht führe „zu einem intensiverem Kirchturmdenken und widerspricht dem bisherigen gemeinsamen Grundgedanken von Politik und Verwaltung, dass man die Stadt und somit auch die einzelnen Ortsteile unter ganzheitlichen Aspekten gestalten und weiter entwickeln möchte.“

(sep)