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Digitalisierung in Schermbeck: Alle 400 Grundschüler sollen iPad erhalten

Digitalisierung in Schermbeck : Alle 400 Grundschüler sollen ein iPad erhalten

Die Gemeinde kommt in der Digitalisierung von Schulen gut voran. Noch fehlen allerdings viele Geräte. In drei Jahren soll sich das geändert haben. Wie spätestens dann ein reibungsloser Umgang mit den Geräten im Alltag ermöglicht werden soll.

Auf dem Weg zur Digitalisierung aller Schulen in der Gemeinde Schermbeck wurde ein weiterer Schritt zurückgelegt. Nachdem die Gesamtschule im August 270 iPads erhalten hatte, die in der Oberstufe eingesetzt werden, wurden nun 80 iPads am Hauptstandort der Grundschule an der Weseler Straße übergeben. Die Klassensprecher aller 16 Klassen der beiden Standorte und deren Vertreter nahmen die iPads in Empfang.

Für die Grundschulen begann damit die Umsetzung des politischen Willens. Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 22. Dezember 2020 beschlossen, im Laufe der nächsten drei Jahre allen Schülern nach und nach ein iPad kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Politiker gaben sich so nicht zufrieden mit der Inanspruchnahme von Mitteln aus dem Digitalpakt. Darin waren für die Schermbecker Schulen finanzielle Mittel in Höhe von rund 517.000 Euro vorgesehen. Das hätte allenfalls dazu gereicht, die Geräte für die Lehrer und für bedürftige Schüler zu bezahlen.

Die Schermbecker Politiker zeigten sich sehr viel spendabler. Zwei Tage vor Weihnachten beschlossen die Politiker einstimmig nicht nur den Ausbau der W-Lan-Infrastruktur der Gesamtschule und der beiden Grundschulstandorte mit einem Kostenaufwand von circa 500.000 Euro. Es wurde auch beschlossen, weitere mobile Endgeräte für sämtliche Schüler sowie Lehrer aller Schermbecker Schulen anzuschaffen. Die daraus resultierenden jährlichen Ausgaben in Höhe von rund 300.000 Euro sollen in den nächsten Jahren durch eine Erhöhung der Grundsteuer B finanziert werden.

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Unmittelbar nach der Ratssitzung wurden 80 iPads für die Grundschulen bestellt. 49 iPads wurden vom Land gefördert, 31 iPads hat die Gemeinde beschafft. Auf die Ausführung der Bestellung musste die Gemeindeverwaltung allerdings fast ein halbes Jahr warten. Da blieb Zeit für die Gemeinde, als Schulträger für die provisorische Installation des W-Lan an der Grundschule zu sorgen. Die endgültige Installation wird im Zuge des Neubaus der Grundschule erfolgen. Dieser hat sich verzögert, weil eine dreiköpfige Bürgergruppe drei Jahre lang durch ihren Antrag auf einen Bürgerentscheid einen zügigen Ausbau der Grundschule verhinderte, der von der Ratsmehrheit beschlossen worden war.

 Die Schüler freuten sich bei der Übergabe über die neuen iPads.
Die Schüler freuten sich bei der Übergabe über die neuen iPads. Foto: Helmut Scheffler

„Wir hatten jedes iPad in der Hand“, berichtete Robert Rademacher von der Ausstattung der Geräte für den Schulbetrieb. Dazu gehörte auch die Installation der passenden Software. Die nun überreichten iPads dürfen die Schüler nicht mit nach Hause nehmen. Die Geräte werden in der Schule aufbewahrt, damit sie auch den Schülern anderer Klassen zur Verfügung gestellt werden können. Erst wenn alle 400 Grundschüler in drei Jahren ein iPad bekommen haben, werden die Geräte an einzelne Schüler übergeben.

Um einen reibungslosen Umgang mit den iPads im schulischen Alltag zu ermöglichen, fehlte es an Kapazitäten beim Fachpersonal, um die neu hinzugekommenen Endgeräte zu betreuen. Deshalb wurde ein externer Dienstleister erforderlich. Ein Mitarbeiter des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN) übernimmt diese Aufgabe. Seinen Arbeitssitz hat der Mitarbeiter an der Gesamtschule, von wo aus er auch die beiden Grundschulstandorte betreut. Die jährlichen Kosten für den Mitarbeiter belaufen sich auf rund 100.000 Euro.

Über die künftige Arbeit mit den iPads im Unterricht berichteten der kommissarische Schulleiter Mike Lesch und die kommissarische Schulleiterin Marie-Luise Vehlken. Das Lehrerkollegium erhielt im Sommer bereits eine Anfängerschulung. Die Schule verfügt über eine Digitalisierungsgruppe, die dem Kollegium wertvolle Tipps geben kann. Außerdem wird es eine schulische Fortbildung geben. Im Rahmen einer Ganztag-Veranstaltung will sich das Kollegium fit machen für die Digitalisierung. „Es gibt neue Kernlehrpläne der Bezirksregierung, die wir in den nächsten Jahren umsetzen müssen“, so Mike Lesch. Diese Lehrpläne müssten jetzt für die Schule angepasst werden. Digitalisierung sei jetzt keine Kann-Sache mehr, sondern eine Muss-Sache.