Hamminkeln: Die schöne Kuh Aytana

Hamminkeln: Die schöne Kuh Aytana

Die Landwirte Volker Elsermann und Sohn Maiko aus Hamminkeln sind für ihre Kuh Aytana bei der Rinder-Union West (RUW) ausgezeichnet worden. Eine Jury hat offiziell festgestellt: Aytana ist die schönste Kuh des Rheinlands.

Wenn Volker Elsermann aus Brünen von seiner Aytana spricht, dann gerät der Landwirt ins Schwärmen. Sehr gute Beine habe sie, eine prächtige Euterform, ein gepflegtes Fell. "Sie ist schon ein ganz besonderes Tier." Aytana habe alles, was eine schöne Kuh ausmacht. Bei der Rinder-Union West (RUW) hat man die Schönheit von Aytana erkannt. In Hamm ist Aytana jüngst bei einem Modelwettbewerb für Kühe als schönste Kuh des Rheinlands ausgezeichnet worden. Dieser Preis ist jetzt bei der Versammlung des Kreisrindviehzuchtvereins in der Weseler Niederrheinhalle noch einmal lobend erwähnt worden. Aytana - sie ist der ganze Stolz der Elsermanns.

Schön wird man als Kuh nicht von allein. Vieles hängt vom Bauern ab: Ein Landwirt muss viel dafür unternehmen. "Wir investieren viel Zeit, dass es unseren Tieren gut geht", sagt der 51-jährige Volker Elsermann, der mit Ehefrau Elke und Sohn Maiko (22) auf dem Hof lebt. Vater und Sohn kümmern sich um den Hof - der Großvater Ernst wurde gestern 80 Jahre. "Von ihm habe ich den Hof übernommen. Von ihm habe ich auch die Leidenschaft für die Tiere", sagt Volker Elsermann, dessen Hof am Rande des Hamminkelner Ortsteils Brünen liegt.

Eine Marke macht jede der Kühe identifizierbar. Foto: Fischer Armin

Wenn von Landwirten in der Presse zu lesen ist, dann geht es meist um Milchpreise, um Futtermittelskandale, um das Wetter. Dabei, so Elsermann, habe der Beruf so viele schöne Facetten, die kaum zur Geltung kommen. "Wir arbeiten natürlich sehr viel, man hat selten Urlaub, selten Freizeit, ist oft abends spät noch tätig. Dafür aber hat man viel Freiheit, und man ist mit den Tieren zusammen."

Aytana ist von der Rasse Holstein-Friesian. Ihr Vater heißt Commander, die Mutter Aida, wie das Kreuzfahrtschiff. "Den Namen des Kälbchens leiten wir immer vom Anfangsbuchstaben des Muttertiers ab", sagt Maiko Elsermann, der Junior im Betrieb, der auf die Rasse Holstein-Friesian als eine der verbreitesten am Niederrhein schwört. "Diese Rasse ist dafür bekannt, dass sie sehr viel Milch produziert, am Ende haben wir aber auch noch ein gutes Schlachtgewicht", sagt Maiko Elsermann,

Kuh Aytana hat auch schöne große Augen. Foto: Fischer Armin
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Aytana ist nicht die einzige von Elsermanns ausgezeichneten Kühen. In verschiedenen Kategorien werden die Tiere prämiert. Neben der Züchtung wird auch die Milchleistung gewürdigt: Da gibt es etwa Arabella, eine der älteren Kühe im Stall, die inzwischen 100.000 Kilogramm Milch produziert hat. Auch sie wurde beim Treffen des Kreisrindviehzuchtvereins in der Niederrheinhalle ausgezeichnet. "Das ist schon etwas ganz Besonderes", sagt Volker Elsermann. Es würde nicht viele Tiere geben, die solch eine Leistung erreichen.

Elsermann hat sich auf die Zucht von Kühen spezialisiert. "Wir sind kein typischer Betrieb", sagt der Landwirt. Auf die Qualität würde bei ihm mehr Wert gelegt als auf die Menge der Tiere. Je besser die Zuchterfolge, desto besser kann man die Tiere verkaufen. Kühe, die schon ein Kälbchen bekommen haben - der Landwirt hat den weniger schönen Begriff "abgekalbt" dafür -werden verkauft. Dass bei Elsermann gute Kühe im Stall stehen, hat sich herumgesprochen.

"Wir wollen den Tieren gute Bedingungen geben, dann erreicht man auch Zuchterfolge", sagt der 51-Jährige. Das bedeutet etwa, dass es spezielle Liegebereiche für die Tiere gibt, mit Stroh ausgelegt, in denen sie sich ausruhen können. "Auch das Futter muss stets eine gleichbleibend gute Qualität haben", sagt Elsermann. Seit 40 Jahren stehen bei ihm nur eigene Tiere im Stall - keine zugekauften. Darauf ist Elsermann stolz.

Die Leidenschaft für die Tiere hat Volker Elsermann an seine Familie weitergegeben. Bei der Schau der Rinder-Union-West war es Sohn Maiko Elsermann, der Aytana stolz im Ring herumführte. Vor den Augen zahlreicher Experten lief die zweieinhalb Jahre alte Kuh da durch den Sand der Manege. Begeistert ist auch Ehefrau Elke Elsermann. Trotz der Notwendigkeit, die Tiere manchmal verkaufen zu müssen, steht für sie fest: "Von einigen Tieren will man sich nicht trennen. Aytana wollen wir im Stall behalten, die geben wir nicht ab."

(RP)
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