Hamminkeln.: Die Retter des Ringenberger Karnevals

Hamminkeln.: Die Retter des Ringenberger Karnevals

Die letzte Sitzung der KAB Ringenberg nach 50 Jahren darf nicht das Ende des Karnevals im Dorf bedeuten. Das finden Steffi und Andre Biesemann. Sie werden die Veranstaltung fortführen.

Lustig war es, aber ein bisschen Sentimentalität war auch im Spiel. Die letzte Karnevalssitzung der KAB Ringenberg nach 50 Jahren jecker Tradition mit viel Herzblut fand im Januar statt. Das war nicht nur ein Einschnitt, mit der närrischen Show im katholischen Pfarrheim drohte Ringenberg, ein Stück Dorfidentität zu verlieren. "Dabei war es immer cool, wie Alt und Jung hier zusammen gefeiert haben", sagt Andre Biesemann. Er und seine Frau haben sich jetzt entschlossen, den Ringenberger Karneval zu retten. "Es geht 2019 weiter, am selben Ort und zum gewohnten Termin. Bisher war nur die Nachricht in Umlauf, dass die Tradition beendet ist. Jetzt senden wir bewusst das Signal: Es geht weiter, nur halt unter anderer Regie. Der Termin für die Sitzung im nächsten Jahr wird wieder zwei Wochen vor dem eigentlichen Karnevalswochenende sein, so dass die Besuche der befreundeten Vereine weiterhin stattfinden können. Vereine und Büttenredner können sich darauf einstellen", sagen die Beiden.

Einige KABler bleiben für eine Übergangsphase unterstützend mit an Bord. Zum Beispiel KAB-Vorsitzende und Pressesprecherin Dorothea Gores. "Wir haben uns diesen Schritt lange überlegt und die Entscheidung, aufzuhören, nicht leicht gemacht. Aber die Zeiten sind anders geworden. Wir müssen leider aufhören, der Aufwand ist so groß. Die Kosten sind gestiegen. Verhandlungen und Kontakte mit anderen kleineren Vereinen waren bisher vergebens", sagte sie nach der Abschieds-Sitzung im restlos gefüllten Pfarrheim an der Hauptstraße. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Heute lachen wieder beide. "Doch nun haben wir mit Steffi und Andre Biesemann erfahrene Nachfolger gefunden. Sie werden einen Karnevalsverein gründen, der die Organisation der Karnevalssitzung übernehmen wird", sagt sie nun. Die Biesemanns würden neue Ideen und frischen Wind in die Veranstaltung einbringen. Damit ist in der Tat zu rechnen. Denn die beiden Ringenberger wissen, wie man einen Event organisiert. Sie sind bekannt als Macher der Halloween-Party am Schloss, die Veranstaltung soll dieses Jahr ihre sechste Auflage erleben. Den Karneval im Pfarrheim wollen sie behutsam ändern.

Geplant ist, eine Bühne aufzubauen, damit die Kindertanzgarden im ebenen Saal von allen Plätzen aus zu sehen und von den begeisterten Eltern zu fotografieren sind. Die närrischen Vereine sollen Ringenberg weiter in ihrem Terminplan verankern, mit der Büttenrede des "Ossenbergers" rechnen sie erneut, und auch die Band "Bogies" soll in bewährter Manier Stimmung machen. Steffi (34), im Dorf aufgewachsen, und Andre (38) Biesemann, zweifache Eltern, haben vor allem den Spaß der Kinder im Blick. Aber auch die Vielfalt eines Programms für Alt und Jung.

Ihre Motivation, den Sitzungskarneval fortzuführen, hat viel mit Dorfgefühl zu tun, und mit dem familiären Charakter, wenn man sich trifft. Dafür stehen auch die guten Kontakte zu Brüner und Wertherbrucher Karnevalisten. "Es wäre doch schade, wenn eine seit Jahrzehnten eingeführte Veranstaltung so sang- und klanglos verschwinden würde. Im Dorf weiß man: Wenn jemand so verrückt ist, diese fortzuführen, dann sind wir es", sagt Andre Biesemann. Mehr Werbung für die Sitzung hat er sich vorgenommen. Ein Werbebanner in der Kurve der Ortsdurchfahrt etwa, bewährt bei Halloween. Doch erst einmal geht es daran, den Ringenberger Karnevalsverein zu gründen. Und Mitstreiter zu animieren.

Interessenten können sich melden per Mail an die Adresse as.biesemann@yahoo.de .

(RP)